Schwerin. Die Häfen in Rostock, Sassnitz-Mukran und Vierow benötigen gut 2000 Hektar zusätzliche Flächen für die Ansiedlung von Unternehmen. Das ist das Ergebnis einer Studie zur Flächenvorsorge für die drei Häfen, die Verkehrsminister Volker Schlotmann (SPD) am Freitag in Schwerin vorgestellt hat.
Allein der Seehafen Rostock als größter Hafen des Landes benötige 1480 Hektar Flächen im Umfeld, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Für Rostock wird bis zum Jahr 2025 ein Anstieg des Güterumschlags auf 52 Millionen Tonnen und damit das Zweieinhalbfache des Umschlags von 2007 erwartet. Bei den Arbeitsplätzen hält die Studie einen Anstieg um das 3,2-fache auf 29 000 Jobs für möglich. "Wir haben Investorenanfragen", sagte Rostocks Oberbürgermeister Roland Methling (parteilos). Neben Unternehmen aus der Windenergiebranche sei beispielsweise auch eine ölverarbeitende Firma an einer Erweiterung ihrer Produktion in Rostock interessiert. Zunächst solle ein 600 Hektar großes Gelände östlich des Hafenareals, am Ostufer des Breitling gelegen, entwickelt werden. Die Fläche gehöre im wesentlichen der Stadt, sagte Methling. Er hoffe, dass 2018, im Jahr des 800. Gründungsjubiläums der Stadt, dort die ersten Grundsteine gelegt werden können. Bereits in der Vergangenheit haben sich in Hafennähe zahlreiche Firmen angesiedelt, wie der Kranbauer Liebherr in Rostock und das EUPEC-Rohrummantelungswerk in Sassnitz.
Für Sassnitz-Mukran, größter Eisenbahnfährhafen Deutschlands und der einzige in Westeuropa mit russischem Breitspuranschluss, sind der Studie zufolge 460 Hektar Flächen zusätzlich nötig. Bürgermeister Dieter Holtz (Die Linke) sieht vor allem Bedarf für Offshore- Windenergiefirmen. "Der Hafen kann nicht allein vom Fährverkehr leben", sagte er.
Der Hafen Vierow (Ostvorpommern), in dem vor allem Getreide und andere landwirtschaftliche Güter umgeschlagen werden, benötigt der Studie zufolge 100 Hektar Flächen um Umfeld.
Die Studie kostete den Angaben zufolge rund 500.000 Euro, wovon das Land 80 Prozent bezahlt. Den Rest steuern die betroffenen Kommunen bei. Ähnliche Studien sollen auch für die Häfen Wismar, Stralsund und Lubmin vorgelegt werden, wenn sich dort ein Bedarf abzeichnet und es von den Kommunen gewünscht wird, wie Schlotmann sagte. (dpa)