Sachsens Wirtschaftsminister Kajo Schommer (CDU) plädiert für die Unabhängigkeit von Netz und Betrieb bei der Deutschen Bahn AG. Dies würde gleiche Wettbewerbskonditionen für alle Transport-Anbieter bringen und zugleich preisgünstigere Verkehrsleistungen schaffen, sagte der Minister der "Leipziger Volkszeitung". Die öffentliche Hand sollte das Netz und die Länder den Streckenausbau übernehmen, meinte der Minister. Er habe dem Bund angeboten, Sachsen das regionale Bahnnetz zu überlassen: "Da wir gewohnt sind, flexibel zu reagieren, bauen wir dort, wo unsere Kunden in der Fläche und im Nahverkehr fahren wollen, die Strecken schneller und kostengünstiger, als die Bahn AG das bisher tut." Voraussetzung sei, dass dazu Mittel anteilig nach Sachsen überwiesen würden. Die Trennung ist nach Meinung des Ministers auch ein Schritt zu mehr Gerechtigkeit für Schiene, Auto- und Wasserstraßen. Bahn-Chef Mehdorn hingegen will die Bahn in einer Hand behalten. Eine Trennung würde nicht nur zu Mehrkosten führen, zumindest in einer mehrjährigen Übergangszeit müsste mit einer erhöhten Fehlerquote und dadurch mit Nachteilen für die Kunden gerechnet werden. Nur ein integriertes Bahnunternehmen sei mittelfristig privatisierbar. (vr/dpa)
Streit um Trennung von Netz und Bahnbetrieb geht weiter
Sachsens Wirtschaftsminister: Netz in öffentliche Hand, Länder übernehmen Streckanausbau