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Strecke zwischen Hannover und Berlin bleibt nach Güterzug-Unfall gesperrt

Nach dem Güterzug-Unfall liegen entgleiste Kesselwagen und der Triebwagen vom aufgefahrenen Güterzug auf dem Bahndamm. Über die Dauer der Bergung und Reparaturarbeiten war am Freitag laut Bundespolizei noch keine genaue Prognose möglich
© Foto: picture alliance/dpa | Michael Matthey

Nach der Kollision zweier Güterzüge am Donnerstag den 17. November im niedersächsischen Landkreis Gifhorn ist bis Ende November mit massiven Verkehrsbehinderungen zu rechnen.


Datum:
21.11.2022
Autor:
Marie Christin Wiens / dpa
Lesezeit:
2 min
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Mindestens bis zum 27. November werde der Bahnverkehr massiv gestört sein, gab die Deutsche Bahn am Freitag bekannt. „Bevor nicht die leckgeschlagenen Kesselwagen aufgegleist sind und die Unfallstelle geräumt ist, können wir nicht mit den Reparaturen beginnen“, sagte eine Bahnsprecherin. Solange bleibe die Strecke zwischen Hannover und Berlin gesperrt. Ursprünglich war die Bahn davon ausgegangen, dass die Sperrung bis Sonntagabend anhalten sollte.

„Schon jetzt zeichnen sich große Schäden an Oberleitung, Leit- und Sicherungstechnik und am Gleisbett ab“, sagte die Bahnsprecherin. Das mache eine verlässliche Prognose, wann Züge wieder auf der Strecke fahren könnten, sehr schwierig. Zurzeit werden Züge umgeleitet.

Propangas entweicht aus beschädigten Kesselwaggons

Am frühen Donnerstagmorgen hatte ein Güterzug bei Leiferde an einem Signal gehalten, ein folgender Güterzug war aus zunächst ungeklärter Ursache auf den Zug aufgefahren. Vier Waggons kippten bei der Kollision um, auch die Oberleitung wurde beschädigt. Der auffahrende Zug bestand aus 25 mit Propangas gefüllten Kesselwaggons.

Ein Sprecher der Bundespolizei sagte, es entweiche weiter explosives Propangas aus zwei Kesselwaggons: „Jeder Funken kann dort zu einer Katastrophe führen.“ Jeder Kesselwagen sei mit 50 Tonnen Gas beladen - es sei davon auszugehen, dass pro Stunde rund 250 Kilogramm entwichen.

Am Freitag liefen die Vorbereitungen für die Bergung der havarierten Kesselwaggons weiter. Die intakt gebliebenen Waggons des ersten Zuges wurden inzwischen aus der Gefahrenzone gezogen, wie der Sprecher erklärte. Damit werde Platz für Bergungsgerät geschaffen.

Auch einige intakte Kesselwagen des anderen Zuges wurden bereits weggefahren, wie es am Freitagabend hieß. Kräfte des Technischen Hilfswerkes (THW) bauten Lichtmasten auf, um die Unglücksstelle auszuleuchten.

Spezialisten der Feuerwehr im Einsatz

Geplant sei, das Propangas aus den leckgeschlagenen beiden Kesselwaggons abzupumpen - zunächst zumindest zur Hälfte, sagte der Sprecher. Dann sollten die Waggons vorsichtig aufgerichtet werden und der Rest solle abgepumpt werden. Im Einsatz an der Unfallstelle sind auch Spezialisten der Werksfeuerwehr des Chemieparks Marl.

Dauer der Bergung und Reparaturen noch nicht klar

Die größte Herausforderung sei es, eine „vernünftige Infrastruktur“ zu schaffen, erklärte der Sprecher der Bundespolizei. Die Waldwege an der Unfallstelle seien aufgeweicht. Voraussichtlich am Samstag sollten die Wege geschottert werden, um die Ausrüstung zur Bergung der Waggons und der beschädigten Lok transportieren zu können.

Unklar sei, wie lange die Bergungs- und Reparaturarbeiten dauern würden, eine Prognose sei schwierig. Die Feuerwehr gehe davon aus, dass ihre Arbeiten zwei Wochen dauern könnten.

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