Berlin. Bundesverkehrsminister Manfred Stolpe schließt nicht aus, dass er nach einer für die SPD erfolgreichen Bundestagswahl sein Amt weiterführt. Der Ressortchef sagte zwar, er sei „dafür berüchtigt, dass ich mich nirgends bewerbe“. Aber er schließe ein Weitermachen auch nicht aus, „wenn keiner an die Front tritt“. Zu Stolpes Äußerung „Ich habe mein Soll erfüllt“, hieß es später aus dem Ministerium, dies bedeute nicht, dass er nicht mehr als Minister zur Verfügung stehe. Um ein Bundestagsmandat will sich der 69jährige nach seinen Worten definitiv nicht bewerben. Stolpe versicherte auch, bis zur voraussichtlichen Wahl im Herbst alle anstehende Regierungsarbeit zu erledigen. Er halte es mit Luther, von dem der Spruch überliefert ist: „Wenn ich wüsste, dass morgen die Welt unterginge, würde ich heute ein Apfelbäumchen pflanzen“. Bereits nach seinem Abtritt als brandenburgischer Regierungschef im Juni 2002 hatte Stolpe von einem Rückzug ins Privatleben gesprochen, sich nach der Bundestagswahl im Herbst des Jahres aber ins Bundeskabinett bitten lassen. Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) hatte sich zuvor vergeblich bemüht, den Leipziger Oberbürgermeister Wolfgang Tiefensee (SPD) als neuen, jungen Verkehrsminister zu gewinnen. (jök)
Stolpe: Weitermachen nicht ausgeschlossen
Der Bundesverkehrsminister lässt offen, ob er nach einer für die SPD erfolgreichen Bundestagswahl sein Amt weiterführt