Berlin. Bundesverkehrsminister Manfred Stolpe hat Spekulationen über eine neuerliche Verschiebung der Mauteinführung zurückgewiesen. Das Betreiberkonsortium Toll Collect habe einzelne Fehler, die in der Probephase seit dem 21. September festgestellt worden seien, inzwischen behoben, sagte der SPD-Politiker auf dem Deutschen Logistik-Kongress. "Wir haben es überhaupt nicht mehr nötig, Versteck zu spielen". Zugleich nahm er die Wirtschaft selbst in die Pflicht. "Alle in der Logistikbranche" sollten dafür sorgen, dass möglichst viele Mauterfassungsgeräte in die LKW eingebaut würden. Zuvor hatte das Vorstandsmitglied der Bundesvereinigung Logistik (BVL), Dieter Bock, Stolpe in einem Interview aufgefordert, die Maut nicht wie geplant zum 1. Januar 2005 "scharf zu schalten". Aufgrund des zögerlichen Einbaus der Bordcomputer müsse ein so hochkomplexes System unter realen Bedingungen getestet werden. Dafür sei der Einbau von 800 000 Geräten nötig, um lange Staus vor der manuellen Einbuchung ins System an Tankstellen und an der Grenze abzuwenden. "Nötig ist ein sanfter Einstieg und nicht der "big bang", sagte Bock. Toll Collect-Chef Christoph Bellmer gab die Zahl der eingebauten Geräte am Dienstag mit 113.000 an. Er gehe davon aus, dass zum Jahreswechsel mindestens 275.000 On-Board-Units (OBUs) installiert seien. "275 000 sind wahrscheinlich, mehr als 400.000 werden wir nicht schaffen". Zugleich ließ Bellmer erkennen, dass auch er mit Anlaufschwierigkeiten des Systems rechnet. "Ich gehe davon aus, dass nicht alles vom ersten Tag an läuft". Toll Collect will übergangsweise rund 5.000 Aushilfskräfte einstellen, die den Fahrern bei der manuellen Einbuchung helfen sollen. (jök.)
Stolpe rechnet fest mit pünktlichem Mautstart
Vertreter der Logistikbranche fordern von Minister Verschiebung der Maut. BVL Vorstandsmitglied Dieter Bock: "Nötig ist ein sanfter Einstieg"