Der Logistikkonzern Stinnes hat im ersten Halbjahr 2002 wegen der Konjunkturflaute und gesunkenen Preisen Einbußen bei Umsatz und Gewinn verzeichnen müssen. Wie die Stinnes AG am Dienstag in Mülheim mitteilte, nahm der Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) gegenüber dem Vorjahreszeitraum konzernweit um 6,4 Prozent auf 156,9 Millionen Euro ab. Belastet wurde das Ergebnis unter anderem durch Rückstellungen für Aktienoptionen der Führungskräfte in Höhe von 19,1 Millionen Euro. Um diesen Effekt bereinigt stieg das EBIT um knapp acht Prozent. Der Umsatz der E.ON-Tochter ging um 8,2 Prozent auf 5,9 Milliarden Euro zurück. Am Ergebnisziel für das laufende Geschäftsjahr hält Stinnes nach Angaben eines Sprechers fest. Bereinigt um die Rückstellungen für Aktienoptionen soll das EBIT um neun Prozent wachsen. Im umsatzgrößten Geschäftsbereich Verkehr (Schenker) ging der Umsatz um 3,8 Prozent auf 3 Milliarden Euro zurück. Das EBIT verringerte sich um 3,6 Prozent auf 86,3 Millionen Euro. Stinnes ist nach eigenen Angaben mit Schenker Marktführer im europäischen Landverkehr. Rund 25.000 Lkw fahren in Europa für Schenker. Auch der Geschäftsbereich Chemie (Brenntag) musste Einbußen beim Umsatz hinnehmen, konnte beim Ergebnis jedoch zulegen. Als Gründe für die Rückgänge nannte Stinnes das schwache wirtschaftliche Umfeld und gesunkene Preise. Vor allem der Geschäftsbereich Werkstoffe (Stinnes Interfer), in dem Stinnes unter anderem mit Stahlerzeugnissen handelt, trug zum schlechteren Abschneiden bei. Hier sank der Umsatz um 26,3 Prozent auf 593,1 Millionen Euro. Das EBIT brach um 60,1 Prozent auf 8,2 Millionen Euro ein. Im vergangenen Jahr hatte Stinnes mit 42.700 Beschäftigten 12,3 Milliarden Euro Umsatz und ein Betriebsergebnis von knapp 252 Millionen Euro erzielt. Durch das Ankoppeln an die Bahn entsteht ein Konzern mit einem Umsatz von 28 Milliarden Euro und 254.000 Beschäftigten. (vr/dpa)
Stinnes verzeichnet Rückgang bei Umsatz und Gewinn
Logistikriese leidet unter sinkenden Preisen und schwachem wirtschaftlichen Umfeld