Städtetag warnt vor 25,25-Meter-Lastwagen

05.10.2006 16:27 Uhr

Laut dem Städtetag seien Gigaliner nicht nur ein Sicherheitsrisiko, sondern beschleunigten das Wachstum des LKW-Verkehrs auf deutschen Straßen

Berlin. In Sorge um die Verkehrssicherheit hat der Deutsche Städtetag Bund und Länder vor der Zulassung von „Riesen-Lastwagen“ gewarnt. Solche bis zu 60 Tonnen schwere und 25 Meter lange Ungetüme beschleunigten das Wachstum des LKW-Verkehrs auf deutschen Straßen, erklärte Verbands-Hauptgeschäftsführer Stephan Articus am Donnerstag in Berlin. In den vergangenen Wochen hätten mehrere Bundesländer Ausnahmegenehmigungen für den Einsatz solcher Gigaliner erteilt. Der Bund wiederum habe die Bundesanstalt für Straßenwesen (Bast) mit einer Studie zu diesem Thema beauftragt. Das Verkehrsministerium hat sich bisher vehement gegen eine vom Bundesverband des deutschen Groß- und Außenhandels immer wieder verlangte Zulassung der 60-Tonner ausgesprochen - auch unter Hinweis auf eine Zusatzlast der oft sanierungsbedürftigen Brücken. Ein erhöhtes LKW-Aufkommen liefe dem Ziel zuwider, künftig einen wachsenden Anteil des Güterverkehrs auf der Schiene statt auf der Straße abzuwickeln, sagte Articus. In die Untersuchung müssten auch die Auswirkungen von Gigalinern auf den städtischen Verkehr einbezogen werden. Zwar könnten die großen Gefährte Innenstädte zumeist selbst nicht erreichen und müssten deshalb das Frachtgut außerhalb der Städte auf kleinere Fahrzeuge umladen. Jedoch zeigten sich schon bei den jetzt zugelassenen Lastzügen Schwierigkeiten in relativ engen Kurven von Aus- und Auffahrten an Stadtautobahnen. „Zweifelhaft ist insbesondere auch, ob innerstädtische Brücken dem höheren Gesamtgewicht der Gigaliner gewachsen sind“, sagte Articus. Sicherheitsbedenken begründete er so: „Aufgrund der Fahrzeuglänge dauert es wesentlich länger, einen solchen LKW zu überholen. Und sowohl Spurwechsel als auch Abbiege- oder Rangiervorgänge könnten erhebliche Risiken mit sich bringen. „Die Städte stehen dem Einsatz solcher 60-Tonner ausgesprochen skeptisch gegenüber - sowohl aus verkehrspolitischen Überlegungen heraus als auch aus Sorge um die Umwelt und damit die Lebensqualität in den Städten“, sagte Articus. (dpa/tz)

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