Reutlingen. Die Reutlinger Spedition Betz verlagert Teile ihrer Führungsebene aus Baden-Württemberg in die Schweiz. Ziel sei es, die Geschäfte außerhalb Deutschlands „effizient und aus einer Hand zu steuern“, sagte eine Unternehmenssprecherin am heutigen Mittwoch und bestätigte einen Bericht des „Reutlinger General-Anzeigers“. Am Stammsitz Deutschland mit Reutlingen als Mittelpunkt werde das operative Geschäft unverändert fortgeführt. Im Großraum Stuttgart beschäftigt Betz rund 2000 der 8000 Mitarbeiter. Daran und auch an der Gewerbesteuer für Reutlingen werde sich nichts Wesentliches ändern. Starten solle die neue Gesellschaft im schweizerischen Sankt Gallen zu einem noch nicht näher bestimmten Zeitpunkt mit rund 15 Führungskräften, darunter auch Juniorchef Thomas Betz. Zum Schluss sollten es etwa 30 sein. Die Pläne dazu gebe es schon seit Jahren, jetzt seien die ersten notwendigen Prüfungen abgeschlossen. Die Schweiz sei ein neutraler Standort mit vielen international geprägten Unternehmen. «Man tummelt sich da im Wettbewerbsumfeld», sagte die Sprecherin. Es sei ein naheliegender Schritt für ein Unternehmen, das 2008 erstmals eine Milliarde Euro Umsatz gemacht habe. Einen Zusammenhang mit der Verurteilung von Thomas Betz zu fünf Jahren Haft und 2,16 Millionen Euro Geldstrafe wegen Bestechung gebe es nicht, versicherte die Firmensprecherin. Dem Spediteur war neben Bestechung auch Sozialversicherungsbetrug in Millionenhöhe vorgeworfen worden. Der zum Teil ähnliche Fall von Schraubenmilliardär Reinhold Würth hatte Ende 2008 für Schlagzeilen gesorgt. Würth hatte nach seinem Verfahren wegen Steuerhinterziehung angekündigt, einen österreichischen Pass zu beantragen und seinen Wohnsitz nach Salzburg zu verlagern.(dpa/ak)
Spedition Betz verlagert Teile der Führung in die Schweiz
Die Reutlinger Spedition Betz verlagert Teile ihrer Führungsebene aus Baden-Württemberg in die Schweiz