Bonn. Die deutschen Spediteure warnen die Bundesregierung davor, technische Defizite bei der stufenweise Einführung der LKW-Maut zu Lasten der Branche zu ignorieren. Trotz leerer Kassen dürfe die von Toll Collect vorgeschlagene Version erst dann starten, wenn sicher sei, dass das System einwandfrei funktioniere. Dazu sei ein mindestens sechsmonatiger Probebetrieb unter Volllast notwendig, schreibt der Deutsche Speditions- und Logistikverband (DSLV) in einem Brief an Bundesverkehrsminster Manfred Stolpe. Zudem kritisiert der Verband, dass die bis Ende 2004 zugesagten 500.000 Geräte nicht ausreichten, um das Wahlrecht zwischen manueller und automatischer Einbuchung zu gewährleisten. Toll Collect selbst habe den Bedarf für die Erstausrüstung auf 800.000 On-Board-Units (OBU) geschätzt. Die Mehrkosten, die durch das notwendige Nachrüsten der OBU entstehen, dürften nicht an den Unternehmen hängen bleiben. Dafür müsse Toll Collect aufkommen. Darüber hinaus fordert der DSLV die Bundesregierung in seinem Schreiben auf, noch vor Einführung der Maut die zwischen Berlin und Brüssel offenen Harmonisierungsfragen zu klären. Man wolle nicht länger vertröstet werden, heißt es in dem Brief. Die Bundesregierung müsse jetzt zeigen, dass sie die Interessen deutscher Unternehmen genauso energisch vertrete, wie dies in anderen westeuropäischen Nachbarländern schon lange üblich sei. (vr/cd)
Spediteure kritisieren stufenweise Einführung der Maut
Zahl der zugesagten OBU-Geräte nicht ausreichend