Hamburg. Der SPD-Spitzenkandidat für die Hamburger Bürgerschaftswahl, Michael Naumann, hat erneut den Stopp des Börsengangs der Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA) gefordert. „Wer 30 Prozent des öffentlichen Eigentums privatisiert, könnte nach der Wahl auch auf die Idee kommen, den Rest zu versilbern“, teilte Naumann heute in Hamburg mit. Er verlangte von seinem Kontrahenten, Bürgermeister Ole von Beust (CDU), den Börsengang abzubrechen. Hamburg wählt am 24. Februar eine neue Bürgerschaft. Der HHLA-Vorstand ist derzeit auf Werbetour, um internationale Investoren für eine Aktienbeteiligung zu gewinnen. Es sollen 22,54 Millionen Aktien des größten deutschen Hafenbetreibers angeboten werden. Die Erstnotiz der Aktien ist frühestens am 2. November möglich. Naumann warf dem Senat in Bezug auf die milliardenschweren Hafeninvestitionen erneut vor, unsolide zu planen und zu finanzieren. „Eine mittel- und langfristige Finanzplanung für die gesamten Hafeninvestitionen fehlt“, kritisierte Naumann. Den Beschäftigten drohten mittelfristig die üblichen Kostensenkungsmanöver der neuen Anteilseigner. Der frühere Herausgeber der Wochenzeitung „Zeit“ bewertet die Teilprivatisierung des bis dato stadteigenen Unternehmens als historische Fehlentscheidung: „Was weg ist, ist weg für immer.“ (dpa/sb)
SPD: Stopp des HHLA-Börsengangs
Spitzenkandidat Naumann fordert im Hamburger Bürgerschaftswahlkampf den Verzicht auf die Teilprivatisierung des Hafenbetreibers