Sicherheitsmängel in Hessens längstem Straßentunnel

21.08.2006 09:50 Uhr

Nachbesserungen am Saukopftunnel geplant: Flucht- und Rettungsstollen, Notrufstationen, Videoüberwachung und eine bessere Löschwasserversorgung

Birkenau. Als die Ministerpräsidenten aus Hessen und Baden-Württemberg den Saukopftunnel 1999 einweihten, waren sie stolz auf den längsten Straßentunnel mit Gegenverkehr nördlich der Alpen. Nach fast 30-jähriger Planung und Bauzeit - der Rohbau war bereits 1993 abgeschlossen - entsprachen die Sicherheitsvorkehrungen in dem 2715 Meter langen Bauwerk aber nicht mehr dem neuesten Stand. Kein Wunder, dass die Verbindung zwischen dem badischen Weinheim und dem hessischen Birkenau unter dem 348 Meter hohen Saukopf bis heute die Politik beschäftigt. „Das Straßenbauamt in Bensheim hat den planerischen Vorentwurf für die sicherheitstechnische Nachrüstung des Tunnels angefertigt. Er liegt jetzt beim Bundesverkehrsminister“, sagt der Bergsträßer Bundestagsabgeordnete Michael Meister (CDU). Die Baumaßnahmen könnten nach dem Genehmigungsverfahren frühestens Ende 2007/Anfang 2008 beginnen. Nach Meisters Worten sollen beispielsweise Flucht- und Rettungsstollen für Fußgänger gebaut werden. Vorgesehen seien außerdem Notrufstationen, eine bessere Belüftung und Videoüberwachung sowie eine bessere Löschwasserversorgung. Der Tunnel ist Teil eines damals neu gebauten Stücks der Bundesstraße 38. Die Landesgrenze verläuft fast genau in seiner Mitte: Der baden-württembergische Abschnitt ist lediglich 20 Meter länger als der hessische. Den größten Teil der Baukosten von 95 Millionen Mark trug der Bund. Nach Angaben des Straßenbauamts Bensheim fahren täglich im Durchschnitt 18.000 Fahrzeuge durch Hessens längsten Straßentunnel. Dass katastrophale Unfälle wie im einröhrigen Montblanctunnel oder im ebenfalls einröhrigen österreichischen Tauerntunnel von 1999 bislang ausblieben, sei ein großes Glück, sagt Meister. Das dürfe aber nicht dazu führen, die nötigen Sicherheitsinvestitionen aufzuschieben. (dpa/tz)

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