Senat will Hapag-Lloyd unter allen Umständen in Hamburg halten

04.07.2008 16:17 Uhr
Hapag Lloyd 290
Der Hamburger Senat möchte Hapag-Lloyd in der Hansestadt halten. (ddp)
© Foto: ddp

Öffentliches Signal für den Erhalt der Reederei Hapag-Lloyd am Standort Deutschland

Hamburg. Der Hamburger Senat hat ein öffentliches Signal für den Erhalt der Reederei Hapag-Lloyd am Standort Deutschland gegeben. Betriebsrat und Senat wollen alles in ihren Kräften stehende tun, um die Eigenständigkeit der größten deutschen Reederei zu bewahren. Das Unternehmen müsse "unter allen Umständen" in Hamburg gehalten werden, forderten Wirtschaftssenator Axel Gedaschko und der Hapag-Lloyd-Betriebsrat am Freitag in einer gemeinsamen Erklärung. Wenn Arbeitsplätze und Unternehmensfunktionen durch einen Verkauf aus Hamburg verlagert werden sollten, würde der Senat dies als "unfreundlichen Akt" gegenüber der Hansestadt insgesamt betrachten. Rückenwind für den Erhalt des zum Verkauf stehenden Traditionsunternehmens kam auch von der Bundesregierung aus Berlin. "Aus struktur- und schifffahrtspolitischen Gründen hat die Bundesregierung großes Interesse, die im Unternehmen und im Umfeld geschaffenen Arbeitsplätze zu erhalten und den Schifffahrtsstandort Deutschland zu sichern", erklärte die Koordinatorin der Regierung für die maritime Wirtschaft, Dagmar Wöhrl (CSU). Ein Verkauf des Unternehmens an ausländische Investoren sei nicht im Interesse der Bundesregierung. Sie begrüße vielmehr das Engagement von Hamburger Investoren, damit die Reederei in Hamburg verankert bleibe. Wöhrl machte jedoch auch deutlich, dass keine Bundesbeteiligung an dem Unternehmen vorgesehen sei. Die Hapag-Lloyd Muttergesellschaft TUI will sich auf Druck aus dem Aktionärskreis im Laufe dieses Jahres von ihrer Schifffahrtssparte trennen. Als Interessenten gelten überwiegend asiatische Reedereien, darunter die NOL aus Singapur. Der Verkaufsprozess ist bereits angelaufen. Die TUI hat ein Verkaufsangebot bei Interessenten gestreut. Nach Angaben des Logistikunternehmers Klaus-Michael Kühne sollen die möglichen Käufer bis zum 21. Juli ein Angebot abgeben. Kühne gehört zu einem Kreis Hamburger Kaufleute um den früheren Finanzsenator Wolfgang Peiner, die selbst die Reederei kaufen und damit in Hamburg halten wollen. Auch der Senat ist daran beteiligt. Fragen zum aktuellen Stand des Verkaufsprozesses wollte Gedaschko nicht beantworten, um den möglichen Erfolg nicht zu gefährden. Hapag-Lloyd beschäftigt weltweit 7500 Mitarbeiter, davon rund 2000 in Hamburg. Der Wert des Unternehmens wird mit rund fünf Milliarden Euro beziffert. Die größte deutsche Reederei liegt beim Containerumschlag weltweit auf Rang fünf und ist einer der wesentlichen Eckpfeiler des Schifffahrts- und Logistikstandorts Hamburg.(dpa)

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