Die Endkosten der beiden Neat-Achsen werden per Ende Oktober 2001 ohne Inflationszuschlag auf 12,2 Milliarden Franken (8,2 Milliarden Euro) geschätzt. Nach dem jetzt vorgelegten Tätigkeitsbericht der Neat-Aufsichtsdelegation des National- und Ständerats entstehen damit Mehrkosten in Höhe von knapp 1,3 Milliarden Franken. 3,7 Milliarden kostet allein der Lötschberg-, 8,5 Milliarden der Gotthardtunnel. Damit sei die Bundesratsreserve im Neat-Gesamtkredit von 14,7 Milliarden bereits zu zwei Dritteln aufgebraucht. Am Gotthard wird zudem mit einer Verzögerung von bis zu zwei Jahren gerechnet, was vor allem auf die Kontroverse um die Lininienführung im Kanton Uri zurückzuführen ist. Und weitere Mehrkosten sind absehbar, wie die Delegation feststellt: 300 Millionen könnten es bei der laufenden Überarbeitung der Streckenführung bei Erstfeld und am Gotthard Nord sein, 430 Millionen bei Sedrun GR. Dazu kommen allgemein erhöhte Planungsaufwendungen und neue Auflagen. Gar nicht überrascht von dieser Entwicklung zeigt sich Nationalrat und Transportunternehmer Ulrich Giezendanner: "Das ist erst der Anfang, denn ich bin überzeugt, es werden noch Zusatzkosten in Milliardenhöhe auf uns zukommen. Die Neat wird ein Fass ohne Boden!" (vr/hrk)
Schweiz: Sorgen wegen teurer Alpentransversale
Neat-Reserven des Bundes bereits zu zwei Dritteln aufgebraucht