Rostock. Die Rostocker Reederei Scandlines hat im ersten Halbjahr 2008 trotz schwächerer Konjunktur die Transportergebnisse gesteigert. Wie Scandlines heute mitteilte, transportierte das Unternehmen auf den neun Linien im Ostseeraum rund 7,8 Millionen Passagiere (+ 1,5 Prozent), 1,6 Millionen PKW (+ 1 Prozent), 571.000 LKW und Trailer (+ 4,8 Prozent) und 44 760 Eisenbahnwagen (+ 5,6 Prozent). Bei Bussen wurde mit 32.600 ein Minus von 4,7 Prozent registriert. „Mit diesem Ergebnis haben wir erneut unsere Position als einer der führenden Anbieter im Ostseefährverkehr behauptet“, sagte Scandlines-Chef Michael Hassing. Wegen der anhaltenden Krise der internationalen Finanzmärkte, der sinkenden Kaufkraft und der geringeren Reiselust aufgrund der rasant gestiegenen Energiepreise seien die bis zu zweistelligen Zuwachsraten der letzten Jahre nicht mehr erreicht worden. Im Jahresverlauf rechne Scandlines mit einer weiteren konjunkturellen Abschwächung, diese werde insbesondere den Frachtverkehr mit den baltischen Staaten, aber auch den Skandinavienverkehr beeinflussen. Kurzfristig werde dies auch die Passagierzahlen negativ beeinflussen, sagte Hassing. Bereits im ersten Halbjahr wurden im Verkehr mit den baltischen Staaten 4,8 Prozent weniger LKW und Trailer, 6,7 Prozent weniger Passagiere und 21,8 Prozent weniger Autos transportiert. Insbesondere auf der Route Rostock-Ventspils sei die Krise auf den Finanzmärkten, die auch die jungen EU-Mitgliedsstaaten erfasst habe, spürbar. Gleichzeitig könnten wegen der höheren Energiepreise Kurzreisen und näher gelegene Reiseziele, zum Beispiel in Dänemark und Schweden, attraktiver werden. Weiteres Wachstum erwarte das Unternehmen auch auf der neuen Frachtroute zwischen Rostock und Hanko (Finnland). (dpa/sb)
Scandlines mit leichtem Wachstum im ersten Halbjahr
Wirtschaftsabschwung erfasst Osteuropa: Ostsee-Reederei erwartet deutlich schwächeres Wachstum in der zweiten Jahreshälfte