München. Anwender von SAP-Lösungen sind erfolgreicher als ihre Konkurrenten. Zu diesem Ergebnis kommt jedenfalls eine vom Softwareriesen SAP bei der Unternehmensberatung PRTM in Auftrag gegebene Untersuchung. So etwas hören die Walldorfer natürlich gern, insbesondere wenn es darum geht, die große europäische SAP-Konferenz „SAP Logistics and Supply Chain Excellence” zu eröffnen. „IT hat großen Einfluss auf das Geschäftsergebnis”, verkündete Professor Claus E. Heinrich, Vorstandsmitglied der SAP AG, in seiner Keynote. Die immerhin über 1700 Teilnehmer, die SAP mit dem Versprechen, die neuesten Trends und Best-Practice-Beispiele im Supply Chain Management (SCM).vorzustellen, vom 17. bis 18. Februar ins Münchner ICM gelockt hatte, dürften das genauso sehen. In Zukunft werde viel stärker in die Flexibilität investiert werden müssen, so der von Heinrich ausgemachte Haupttrend. Während es beim Supply Chain Management bisher darum gegangen sei, einzelne Prozesse zu optimieren, stehe nun zunehmend das große Ganze im Mittelpunkt. „Analytics”, „Business Activity Monitoring” und „Visibility” heißen die neuen Schlagworte. Ganz neu ist dieser Ansatz freilich nicht. Schon seit Jahren wird über einen ganzheitlichen IT-Ansatz in Hinblick auf eine Integration über die gesamte Supply Chain hinweg diskutiert. Was in der Theorie gut klingt, hat in der Praxis allerdings seine Tücken. Viele wissen aus eigener Erfahrung, wie schwer es allein ist, die oftmals ziemlich heterogene IT-Infrastruktur im eigenen Unternehmen auf einen funktionierenden gemeinsamen Nenner zu bringen. Viel schwieriger wird es dann, wenn auch noch die Beziehungen zu Lieferanten und Kunden mit einbezogen und in eine einzige Systemlösung integriert werden sollen. Die Integration heterogener Systeme ist die große Herausforderung für die Zukunft, weiß SAP-Manager Heinrich. Doch bei SAP habe diese Zukunft schon begonnen. Die Wunderwaffe heißt „NetWeaver”. Diese Integrations- und Applikationsplattform, die die nächste Generation von „MySAP Technology” darstellt, soll all das zusammenbringen, was vorher nicht zusammen passte: strukturierte und unstrukturierte Informationen, Datenbestände aus unterschiedlichsten Systemen. NetWeaver nutzt gängige Internetstandards wie HTTP, XML und Web-Services. Damit ist die Portallösung offen auch zu Systemen, die nicht aus dem Hause SAP stammen. Hierzu zählen beispielsweise „Microsoft .NET” oder „J2EE”. Ein wesentlicher Informationslieferant entlang einer voll integrierten Supply Chain wird zukünftig die Radio Frequency Identification (RFID) sein. Davon ist Heinrich überzeugt. Er prophezeit der RFID-Technologie einen „Wahnsinns Hype”. Bereits heute sei beispielsweise die Kennzeichnung von Ladungsträgern wie Paletten mit Hilfe von RFID-Tags sinnvoll in der Praxis umsetzbar. Dass auch einzelne Artikel wie der etwa der Joghurtbecher im Supermarktregal mit einem Transponderetikett versehen ist, sei allerdings noch Zukunftmusik. Dafür sei die neue Technologie noch zu teuer. Die Walldorfer haben sich übrigens auf das neue RFID-Zeitalter bereits eingestellt und bieten seit einigen Wochen eine Lösung an, mit der sich RFID-Informationen in Lösungen für das Enterprise Resource Planning (ERP) integrieren lassen.
SAP-Konferenz: Supply Chain für alle
Über 1700 Teilnehmer auf der SAP-Anwenderkonferenz „SAP Logistics and Supply Chain Excellence 2004”, die seit gestern in München stattfindet. Die Plattform „NetWeaver” und RFID stehen im Mittelpunkt.