Magdeburg. Der Landesverband des Verkehrsgewerbes rechnet als Folge der Wirtschafts- und Finanzkrise mit einer Beschleunigung des Speditionssterbens in Sachsen-Anhalt. „Auf eine freie Ladung kommen derzeit zehn Lastwagen“, sagte Verbandsgeschäftsführer Peter Ziechner in Magdeburg. „Daraus folgt eine unvorstellbare Preisdrückerei, an der die Kleinen kaputt gehen.“ Ziechner rechnet damit, dass bis zu 30 Prozent der rund 200 Mitgliedsunternehmen in Sachsen-Anhalt vom Markt verschwinden werden. „Einige machen aus Altersgründen dicht, aber die meisten gehen in die Insolvenz“, sagte er. Laut Ziechner sind kleine Firmen mit bis zu fünf Lastwagen besonders betroffen. „Sie können keine LKW vorübergehend stilllegen und auch keine Fahrer zu Hause lassen“, sagte er. „Schließlich müssen die Fahrzeuge die fälligen Leasingraten erarbeiten.“ Große Speditionen und Verkehrsbetriebe hätten indes mehr „Puffer“. „Trotzdem drückt auch hier der Schuh.“ Als weitere Gründe für die Missstände nannte Ziechner die hohen Dieselpreise der Vergangenheit und die neuen Regelungen für Lenk- und Ruhezeiten. „Letztere haben dazu geführt, dass ein LKW teilweise mit zwei Fahrern besetzt werden muss.“ Das bedeute doppelte Personalkosten. „Hier wird dem Unternehmer ganz schön in die Tasche gegriffen.“ Ziechner prophezeit eine düstere Zukunft. „Die Maut-Erhöhung ist beschlossene Sache und das neue Modell der Krankenkassenbeiträge schröpft zusätzlich.“ Es bleibe der Branche nichts anderes übrig, als die zusätzlichen Belastungen in Form von Preiserhöhungen bis an die Endverbraucher weiterzugeben. „Darüber muss sich keiner wundern.“ (dpa)
Sachsen-Anhalts Verkehrsgewerbe rechnet mit Insolvenzen
Wegen Wirtschaftskrise würden bis zu 30 Prozent der Transportunternehmen sterben