Saab hat Insolvenz beantragt und bekommt von der ebenfalls schwer angeschlagenen US-Mutter General Motors (GM) kein Geld zum Ausgleich neuer Verluste. Wie am Freitag in der Zentrale des schwedische Autoherstellers in Trollhättan und in Detroit mitgeteilt wurde, soll die Produktion mit 4000 Beschäftigten dennoch vorerst weitergeführt werden. GM erklärte in Detroit, man wolle mit der Insolvenz bei fortlaufender Produktion den Weg freimachen für die Fortführung von Saab als selbstständiges Unternehmen. Als eine Möglichkeit wird in Schweden auch ein Zusammengehen mit der deutschen GM-Tochter Opel gehandelt. Der vom zuständigen Gericht in Vänersborg eingesetzte Insolvenzverwalter und Anwalt Guy Lofalk soll in den kommenden drei bis zwölf Monaten Möglichkeiten für ein Überleben von Saab klären. GM erklärte, man werde die dabei weiter laufende Produktion mitfinanzieren, wenn auch die schwedische Regierung einen Beitrag leiste. Ministerpräsident Fredrik Reinfeldt hatte bisher alle Hilfsersuchen aus der GM-Zentrale in Detroit abgewiesen. Welche Auswirkungen der schwedische Insolvenzantrag auf Saab Deutschland und die deutschen Händler haben wird, ist zurzeit noch völlig unklar. Saab Deutschlang wollte die Ereignisse nicht kommentieren. Der Verband der Saab Vertragspartner Deutschland kann die Situation in einer ersten Stellungnahme noch nicht genau einschätzen. Ein Sprecher wies aber gegenüber "Autohaus Online" darauf hin, dass sich am vertraglichen Status der deutschen Saab-Händler zunächst nichts ändere. Saab hat im vergangenen Jahr 94.000 Wagen abgesetzt und GM seit dem US-Einstieg 1990 in fast allen Jahren Verluste eingebracht. Der Absatz des schwedischen Herstellers von Premium-Autos war im Gefolge der Finanzkrise massiv eingebrochen. Als wichtiges Etappenziel bei dem Insolvenzantrag galten Schulden-Stundungen und -Nachlässe durch Lieferanten. Im vergangenen Jahr hatte Saab nach Konzern-Angaben vor dem Insolvenzrichter ein Minus von drei Milliarden Kronen (272 Millionen Euro) eingefahren, soviel wird auch für 2009 erwartet. In den vor Gericht vorgelegten Dokumenten hieß es weiter, der Niedergang habe seine Ursache in einem veralteten, nicht konkurrenzfähigen und zu schmalen Produktsortiment bei viel zu großen Kapazitäten im Stammwerk Trollhättan. Schwedens Wirtschaftsministerin Maud Olofsson wollte nicht zu möglichen Staatshilfen Stellung beziehen. Sie hatte kurz zuvor erklärt, man könne sich in Trollhättan durchaus eine völlig andere Form industrieller Produktion, etwa für Windkraftanlagen, vorstellen. (dpa)
Saab meldet Insolvenz an
Schwedischer Autohersteller will vorerst weiter produzieren