Ryanair soll beim Gewicht geschummelt haben

19.12.2012 10:57 Uhr
Ryanair Boeing 737
In Kontrollen wurde nun deutlich: Ryanair hat beim Flugzeuggewicht offenbar geschummelt
© Foto: dapd/Jens Schlueter

Die Gebühren für Flugzeuge des irischen Billigfliegers wurden nach einem Zeitungsbericht auf Basis falscher Gewichtsangaben berechnet. Das Unternehmen könnte auf diese Weise Millionen eingespart haben.

Berlin. Die irische Billigfluglinie Ryanair soll Medienberichten zufolge falsche Angaben über das Startgewicht ihrer Flugzeuge gemacht haben und dadurch möglicherweise Gebühren in Millionenhöhe umgangen haben. Wie „Die Welt“ berichtet, hat die Airline beim Startgewicht ihrer Flugzeuge vom Typ Boeing 737-800 bis zu acht Tonnen verheimlicht und dadurch in Deutschland pro Flug 17 Euro Gebühren weniger gezahlt. Auf das Jahr hochgerechnet ergebe das rund 370.000 Euro. Bezogen auf ganz Europa könne sich der Schaden auf bis zu 50 Millionen Euro summieren, schreibt das Blatt unter Berufung auf Berechnungen von Luftfahrtexperten.

Ryanair wollte sich nicht zu „Gerüchten oder Spekulationen“ äußern. Das Unternehmen teilte mit, man habe sich an Boeings Vorgaben gehalten und werde auf Anfragen der europäischen Flugsicherung Eurocontrol direkt antworten.

Die Deutsche Flugsicherung DFS bestätigte die Vorwürfe gegen den Billigflieger. Die Gebühren wurden demnach stets auf Basis eines Startgewichts der Jets von rund 67 Tonnen berechnet. Nach einer Serie von Kontrollen an den Flughäfen Bremen und Hahn seien sie aber auf ein Gewicht von 75 Tonnen angepasst worden, sagte ein Sprecher der „Welt“. Juristen der DFS prüften den Fall. Sollte sich die Gebührenhinterziehung bestätigen, wolle die Deutsche Flugsicherung rechtliche Schritte einleiten und sich nicht gezahlte Gebühren notfalls per Gerichtsentscheid zurückholen. Die Sicherheit der Flüge war durch die falsche Deklarierung nicht gefährdet. (dpa/diwi)

MEISTGELESEN


KOMMENTARE

SAGEN SIE UNS IHRE MEINUNG

Die qualifizierte Meinung unserer Leser zu allen Branchenthemen ist ausdrücklich erwünscht. Bitte achten Sie bei Ihren Kommentaren auf die Netiquette, um allen Teilnehmern eine angenehme Kommunikation zu ermöglichen. Vielen Dank!

WEITERLESEN



NEWSLETTER

Newsletter abonnieren und keine Branchen-News mehr verpassen.


Die VerkehrsRundschau ist eine unabhängige und kompetente Abo-Fachzeitschrift für Spedition, Transport und Logistik und ein tagesaktuelles Online-Portal. VerkehrsRunschau.de bietet aktuelle Nachrichten, Hintergrundberichte, Analysen und informiert unter anderem zu Themen rund um Nutzfahrzeuge, Transport, Lager, Umschlag, Lkw-Maut, Fahrverbote, Fuhrparkmanagement, KEP sowie Ausbildung und Karriere, Recht und Geld, Test und Technik. Informative Dossiers bietet die VerkehrsRundschau auch zu Produkten und Dienstleistungen wie schwere Lkw, Trailer, Gabelstapler, Lagertechnik oder Versicherungen. Die Leser der VerkehrsRundschau sind Inhaber, Geschäftsführer, leitende Angestellte bei Logistikdienstleistern aus Transport, Spedition und Lagerei, Transportlogistik-Entscheider aus der verladenden Wirtschaft und Industrie.