St. Petersburg. Ungeachtet des von Russland forcierten Hafenbaus an der Ostsee werde kein Zwang ausgeübt, für Russland bestimmte Frachten über dessen Häfen abzufertigen. Dies erklärte Präsident Wladimir Putin bei einem Besuch des neu eingerichteten Hafens von Ust-Luga nahe der estnischen Grenze. Gegenwärtig fließe etwa ein Drittel der russischen Im- und Exportgüter im Transit über Häfen der baltischen Staaten und Finnlands. „Wir werden die Transporteure nicht unter Zwang auf unser Territorium treiben“, sagte Putin. Damit sie freiwillig kämen, gelte es den Hafen jedoch weiter auszubauen. Bislang arbeitet in Ust-Luga nur ein modernes Kohle-Exportterminal, das 2006 etwa 4,5 bis 5 Millionen Tonnen umschlagen wird. Geplant sind dort diverse Frachtterminals, unter anderem für Container, Getreide und Ölprodukte, sowie ein Anleger für eine Eisenbahnfähr-Linie via Kaliningrad nach Deutschland. Auch die Einrichtung einer zollfreien Sonderwirtschaftszone ist im Gespräch. Als Planziel des Hafens gilt ein Frachtumschlag von 32 Mio. Tonnen im Jahr 2010. (ld)
Russland: Neuer Hafen Ust-Luga soll attraktiver werden
Gegenwärtig läuft noch ein Drittel der russischen Im- und Exportgüter im Ostseetransit über die Häfen der baltischen Staaten und Finnlands