Russlands Polizei sabotiert den von Präsident Putin verordneten Rückzug aus dem Papierkrieg. Während viele Behörden inzwischen weniger Dokumente vom Bürger verlangen, wachsen die Ansprüche der Straßenmiliz. Da die Beamten immer öfter Ausländer mit russischen Fahrern gleichsetzen, drohen auch ihnen Probleme. Bereits bis zu zehn Dokumente werden bei Kontrollen willkürlich geprüft. Neben dem Führerschein wird oft auch eine für russische Fahrer vorgeschriebene provisorische Fahrerlaubnis für verlangt, die die Gesetzesreform von 1997 überlebt hat. Gelegentlich wird ein amtlicher Gesundheitsnachweis gefordert. Ergänzend zum Kraftfahrzeugschein muss der Fahrer entsprechend dem deutschen Tüv-Prüfsiegel einen "technischen Talon" bereithalten sowie eine Bescheinigung der Abgasuntersuchung. Wer mit Dienstwagen unterwegs ist, braucht einen Nachweis für das Einverständnis der Firma. Auch bei Privatwagen ist im Zweifel die Vollmacht des Eigentümers notwendig, beglaubigt durch einen Notar. Ohne Lizenzkarte läuft beim Gütertransport nichts. Natürlich wird der Frachtbrief geprüft. Bleibt als vorerst letztes Kontrolldokument der Pass des Fahrers. Profis verkehren nicht ohne einen kompletten Kopiensatz ihrer Papiere. (jpd)
Russland: Dokumente-Wirrwarr bei Polizeikontrollen
Kontrolleure verlangen von Ausländern oft die gleichen Dokumente, die für russische Fahrer vorgeschrieben sind