Rotterdam. Nach jahrelangen Verzögerungen ist am Montag in Rotterdam ein Megaprojekt zur Ausdehnung des größten Hafens Europas bis weit in die Nordsee offiziell in Gang gesetzt worden. Durch die Anspülung und Festigung von Zig-Millionen Tonnen Sand soll dem Meer in den nächsten Jahren eine Fläche von 2000 Hektar abgerungen werden. Dadurch werden die Niederlande, die eine uralte Tradition der Landgewinnung aus der Nordsee haben, „wieder ein Stückchen größer und unsere Wirtschaft wird ein Stückchen stärker“, wie die Zeitung „AD“ schrieb. Mit dem Projekt wird das bereits 1973 fertiggestellte Hafen- und Industriegebiet „Maasvlakte“ im Mündungsgebiet der Maas um rund 20 Prozent auf gut 6000 Hektar erweitert. An den Kais der „Maasvlakte 2“ sollen mehrere der weltgrößten Containerschiffe zugleich abgefertigt werden können. Nach der für 2013 geplanten Fertigstellung werde sich die Umschlagskapazität von derzeit rund elf Millionen Containern (TEU) auf 18 Millionen erhöhen, teilten die Rotterdamer Hafenbetriebe (HbR) mit. Die Gesamtkosten werden auf drei Milliarden Euro geschätzt. In der ersten Bauphase wird vor der Maasmündung ein 14 Kilometer langer Deich in Form einer Riesenbanane aufgeschüttet. Der Megadeich soll 2010 fertig sein. Neben Hafen- und Dienstleistungsbetrieben wollen auf Maasvlakte 2 auch Industrieunternehmen tätig werden. 40 Prozent der Verträge sind laut HbR bereits unter Dach und Fach. Das Großprojekt werde die dominierende Rolle von Rotterdam in der europäischen Hafenwirtschaft noch stärken, sagte Hafenökonom Bart Kuipers von der Erasmus-Universität. Da Maasvlakte 2 praktisch in der Nordsee liege, könnten dort selbst die größten Containerschiffe der Zukunft anlegen. (sv/dpa)
Rotterdam startet Megaprojekt für Hafenerweiterung
Nach jahrelangen Verzögerungen ist am Montag in Rotterdam ein Megaprojekt zur Ausdehnung des größten Hafens Europas bis weit in die Nordsee offiziell in Gang gesetzt worden