Prag. Nach Protesten nordböhmischer Gemeinden denkt das Verkehrsministerium in Prag über ein Weiterbetreiben der "Rollenden Landstraße" (RoLa) zwischen Dresden und Lovosice nach. Bewohner der tschechisch-sächsischen Grenzregion hätten eine "Pflichtverlagerung" von Gefahrguttransporten von der Straße auf die Schiene gefordert, sagte Vize-Verkehrsminister Jiri Kubinek am Montag in Prag. Allerdings sei die sächsische Regierung, die die RoLa zu großen Teilen finanziert, gegen das weitere Betreiben, erklärte er. Das Wirtschaftsministerium in Dresden erinnerte auf Anfrage daran, dass es in der Vorwoche eine einvernehmliche Entscheidung beider Seiten gab, die RoLa zum frühestmöglichen Zeitpunkt einzustellen. Tschechien und Sachsen hatten sich aus finanziellen Gründen auf ein Ende für die "Huckepack"-Strecke geeinigt. Sie befördert LKW auf Zügen von Sachsen nach Tschechien und retour. Mit Wegfall der Zollkontrollen zum EU-Beitritt Tschechiens waren viele Spediteure auf die Straße ausgewichen. "Seit 1. Mai ist der Schwerlastverkehr auf der E55 um 30 Prozent gestiegen", betonte die Bürgermeisterin von Dubi, Ilona Smitkova. Anwohner beiderseits der Grenze klagten über Lärm, Gestank und gefährlichen Verkehr. "Wir haben bestimmte Finanzreserven zum Betreiben der RoLa", sagte Kubinek. Der Vize-Minister will sich noch in dieser Woche mit Vertretern der Grenzregion treffen, um die Verkehrssituation zu erörtern. "Wir müssen nachdenken, auf welche Weise man in einem Rechtsstaat eine Pflichtverlagerung von Gefahrgut auf die Schiene durchsetzen kann", unterstrich Kubinek. Nach dem 1. Mai sank die Auslastung der RoLa-Züge auf unter 10 Prozent. Damit gilt das Projekt als unfinanzierbar. SPD, PDS und Grüne hatten eine Weiterführung der RoLa gefordert. (dpa)
RoLa Dresden-Lovosice doch nicht vor dem Aus?
Tschechien denkt über mögliches Weiterbetreiben nach / Sächsische Regierung pocht auf einvernehmliche Entscheidung