Hamburg. Hamburgs Bürgermeister Ole von Beust hat die Herausforderung aus Berlin offensiv angenommen. Dem „Nein“ des Bundeskabinetts zum Umzug der Bahn-Zentrale von Berlin nach Hamburg setzt der CDU-Politiker ein selbstbewusstes „Jetzt erst recht“ entgegen - und riskiert damit erstmals einen Krach mit Bundeskanzlerin Angela Merkel. Bislang präsentierte sich von Beust als loyaler Anhänger Merkels. Nun setzt er die Kanzlerin und ihr Kabinett unter Druck: Ohne den Umzug des Vorstands gebe es auch keine Beteiligung der Bahn an den Hamburger Hafen- und Nahverkehrsunternehmen HHLA und HHA. Dies aber wünscht sich nicht nur die Bahn, sondern auch die Bundesregierung. Unterdessen hat das Logistikunternehmen Rhenus heute Interesse an einer Beteiligung bei der Hamburger Hochbahn (HHA) und der Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA) angemeldet. „Wir haben großes Interesse an der HHLA und der Hamburger Hochbahn und das nicht erst seit der Bekanntgabe der Pläne der Deutschen Bahn,“ sagte Rhenus-Vorstand Sven Rutkowsky. „Eine Partnerschaft mit der Rhenus würde sowohl Hamburg wirtschaftlich stärken als auch eine unabhängigere Lösung für den Markt bedeuten.“ Eine Übernahme der Unternehmen durch die Bahn wäre ein „ordnungspolitischer Sündenfall“. „Die Politik sollte sich nicht dazu hinreißen lassen, den aufkeimenden Wettbewerb in diesem Bereich durch den Zusammenschluss des dominanten Marktführers Deutsche Bahn mit der Hamburger Hochbahn und der HHLA zu ersticken“, sagte Rutkowsky.
Ringen um HHLA geht weiter
Hamburg beharrt auf eine Verlagerung der Bahn-Zentrale in die Hansestadt. Logistikdienstleister Rhenus will HHLA ebenfalls kaufen.