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Rheinsperrung macht Unternehmen zu schaffen

Der Chemieriese BASF musste aufgrund des Unfalls sogar vorübergehend die Produktion drosseln
© Foto: dapd/Sascha Ditscher

Seit einer Woche ist der Rhein bei der Loreley dicht / Inzwischen bekommen das auch Unternehmen zu spüren, die auf den Fluss als Transportroute angewiesen sind


Datum:
20.01.2011
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Ludwigshafen/Mannheim. Die Rheinsperrung an der Loreley macht zunehmend auch der Wirtschaft zu schaffen. So führt sie beim Chemiekonzern BASF in Ludwigshafen zu Engpässen bei der Versorgung mit Rohstoffen. An dem Standort musste deshalb in einzelnen Bereichen die Produktion vorübergehend gedrosselt werden, wie eine Sprecherin am Donnerstag sagte. Bei anderen Rohstoffen habe das Unternehmen dagegen entweder ausreichende Vorräte oder verlagere die Versorgung auf die Schiene. In Mannheim versucht der Transportdienstleister Wincanton, seinen Kunden Alternativen auf der Schiene zu bieten.

Die Rheinschifffahrt ist seit der Havarie eines Säuretankers, der von der BASF auf dem Weg nach Antwerpen war, vor einer Woche an der Loreley gesperrt. Erst seit Mittwoch werden versuchsweise wieder einzelne Schiffe an der Unglücksstelle vorbeigelotst. Bis sich der Stau mit rund 250 Schiffen auflösen wird, dürfte es aber noch eine ganze Weile dauern.

Die BASF in Ludwigshafen wickelt im Normalfall rund 42 Prozent ihres Gütertransports über das Wasser, also den Rhein ab. Das Unternehmen ist aber auf Situationen wie derzeit vorbereitet. "Bei Hoch- oder Niedrigwasser haben wir ja dieselbe Problematik. Deshalb gibt es Konzepte, auf die wir jetzt zurückgreifen können", sagte die Sprecherin.

Der Chemiekonzern kann derzeit auch seine Kunden bei einzelnen Produktlinien nur verspätet beliefern. "Hierüber haben wir unsere Kunden bereits frühzeitig informiert und erarbeiten mit ihnen flexible Lösungen." Auch hier werde die Versorgung teilweise auf die Schiene oder Lastwagen verlagert. Der Pharmakonzern Boehringer Ingelheim dagegen hat nach Angaben einer Sprecherin keine Probleme.

Nur wenige Kilometer von der BASF entfernt liegt auf der anderen Seite des Rheins das Großkraftwerk Mannheim, das aus Kohle Energie erzeugt. Das Kraftwerk bezieht den Energieträger zum größten Teil über den Rhein, ist aber nach Angaben eines Sprechers noch gut versorgt. Man habe Vorräte auf zwei Halden und außerdem den Kohlebezug über die Schiene intensiviert. "Die Versorgung ist auf jeden Fall gesichert."

In den Häfen Ludwigshafen und Mannheim hängen derzeit einige Schiffe fest. Wer seine Waren in Containern transportiert, kann diese vom Schiff theoretisch auf Züge umladen, erklärt der Mannheimer Hafendirektor Roland Hörner. "Bei Schrott oder Getreide etwa geht das nicht so einfach." Da brauche man erstmal die Waggons.

Und die sind knapp, wie ein Sprecher des Logistik- und Transportdienstleisters Wincanton sagte. Das Unternehmen betreibt im Mannheimer Hafen das Containerterminal. Wincanton arbeite derzeit an zusätzlichen Bahnverbindungen zu den Seehäfen, um seinen Kunden Alternativen zum Transport via Schiff zu bieten. "Aber die Kapazitäten reichen nicht, um das gesamte Volumen abzufertigen."

Der Mannheimer Schmierstoffhersteller Fuchs Petrolub kann die Rheinsperrung gelassen verfolgen. "Wir beziehen unsere Rohstoffe zu 99 Prozent über die Schiene, der Abtransport geht zu 99 Prozent über die Straße", sagte ein Sprecher. (dpa)

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