Regierung und Umweltschützer streiten über Elbausbau

09.02.2010 13:53 Uhr
Containerschiff Elbe 290
Ferlemann will Schiffe mit dreifach gestapelten Containern fahren lassen
© Foto: Arndt

Verkehrs-Staatssekretär bestreitet Ausbau-Absichten / BUND kritisiert Reparaturarbeiten am Flussverlauf als Gefährung des Weltnaturgebiets

Berlin. Verkehrs-Staatssekretär Enak Ferlemann hat Umweltschutzverbänden widersprochen, die Bundesregierung plane einen Ausbau der Elbe für größere Motorschiffe. "Wir wollen an der Elbe durch Unterhaltungsmaßnahmen für eine Verbesserung nicht nur der Binnenschifffahrtsverhältnisse, sondern auch der Abflussverhältnisse sorgen", betonte der CDU-Politiker. Vielmehr seien die "schlechten Fahrwasserverhältnisse" an der Elbe durch die "jahrelang unterbliebenen Unterhaltungsmaßnahmen entstanden und nicht umgekehrt". Selbstverständlich solle die Elbe in ihrem Biosphärenreservat erhalten bleiben. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) kritisiert, die angeblichen Reparaturen von Hochwasserschäden am Flussverlauf seien in Wahrheit ein klarer Ausbau der Elbe, der nichts bringe und das Weltnatur- und Weltkulturerbe Elbe gefährde. Ferlemann hatte angekündigt, ab 2011 sollten auf dem gesamten Fluss Schiffe mit dreifach gestapelten Containern fahren können. Auf den meisten Strecken seien bisher nur Schiffe mit zwei Lagen unterwegs. "Wir müssen den Reedern eine Wassertiefe von 1,60 Metern garantieren", betonte der Staatssekretär. Die Grünen-Umweltpolitikerin Dorothea Steiner entgegnete, wer behaupte, eine ganzjährige Fahrrinnentiefe von 1,60 Meter sei ohne eine Gefährdung von Naturräumen möglich, sei "hoffnungslos illusionär oder ein Lobbyist für die Interessen der Güterschifffahrt". (jök)

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