Reeder: Hohe Ölpreise werden Welthandel nicht bremsen

02.07.2008 16:58 Uhr

Die hohen Ölpreise werden nach Einschätzung der deutschen Reeder den Welthandel und das Wachstum des Containertransports nicht bremsen. „Wir sehen das bislang nicht“, sagte der Hauptgeschäftsführer des Verbandes Deutscher Reeder (VDR), Hans-Heinrich Nöll, in Hamburg.

Hamburg. Es sei zwar richtig, dass sich die Treibstoffkosten besonders in den vergangenen Monaten drastisch erhöht hätten. „Am Endverkaufspreis eines Produktes haben die Transportkosten aber nach wie vor nur einen geringen Anteil“, sagte Nöll. Durch steigende Energiekosten verbessere sich eher die Wettbewerbsposition des Verkehrsträgers Schiff. Schiffe tanken Schweröl, das am Rotterdamer Ölmarkt rund 660 US-Dollar je Tonne kostet. Im Durchschnitt des Jahres 2004 betrug der Preis weniger als ein Viertel davon. „Der Anteil der so genannten Bunkerkosten an den gesamten Betriebskosten ist dadurch stark gestiegen“, sagte Nöll. Er könne bis zu 60 Prozent ausmachen. Die Reeder versuchten weltweit, die hohen Kosten durch Treibstoff-Zuschläge an ihre Kunden weiterzureichen, doch das sei unter Wettbewerbsbedingungen nur begrenzt möglich. „Die Schifffahrt hat ein großes Potenzial für Verbrauchssenkungen, auch vor dem Hintergrund der Klimaschutz-Politik“, erklärte der Verbandsmanager. Wenn ein großes Containerschiff seine Geschwindigkeit von 25 auf 20 Knoten (Seemeilen pro Stunde) zurücknehme, verbrauche es nur noch halb so viel Treibstoff. Die 100.000 PS starken Motoren der Containerriesen verbrennen bei Höchstgeschwindigkeit bis zu 300 Tonnen Schweröl pro Tag. Fahren sie langsamer, sinkt allerdings ihre Transportleistung. Um die gleichen Gütermengen in der gleichen Zeit zu bewegen, sind daher mehr Schiffe notwendig. „Die Nachfrage nach Schiffsraum nimmt weiter zu“, sagte Nöll. Den höheren Bunkerkosten stehe der Trend zu größeren Schiffen gegenüber, die tendenziell die Kosten je Container senken. Für den Endverbraucher machen sich die Transportkosten ohnehin nur wenig bemerkbar. So ist ein DVD-Player im Verkaufswert von 200 Dollar mit Transportkosten von 1,50 Dollar belastet. „Das Schiff ist ökonomisch und ökologisch der günstigste Transportträger“, sagte Nöll. Bei steigenden Energiekosten werde es noch lukrativer, Güter auf dem Wasser zu transportieren, etwa entlang der europäischen Küsten.

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