Die Prognos AG hat zwei Vorschläge unterbreitet, wer künftig in Deutschland die Verantwortung für das Bahnnetz tragen soll, damit ein fairerer Wettbewerb garantiert werden kann. Nach Meinung des Wirtschaftsforschungsinstituts sollten die Infrastruktur und das Trassenmangement entweder wieder an den Staat übergehen, der wiederum einen Dienstleister mit der Durchführung von Teilaufgaben beauftragt. Oder das Eisenbahn-Infrastrukturunternehmen führt im Auftrag des Eigners weiterhin Bau und Unterhalt durch, wobei dieses Unternehmen für die größeren Neu- und Ausbaumaßnahmen einen größeren Entscheidungsspielraum erhält. Die derzeitige Regelung schaffe nicht die erforderliche Klarheit, heißt es in der Studie, die Prognos für das Deutsche Verkehrsforum erstellt hat und in dieser Woche in Berlin vorstellte. Die Studie kritisiert, in Deutschland werde der Unterhalt eines größeren Teils des Bestandsnetzes deutlich vernachlässigt. Daher müsse die Verantwortung für die Eisenbahninfrastruktur neu geregelt werden. Die Prognos-Experten gestehen zu, dass die deutsche Bahnreform zu einem frühen Zeitpunkt in Europa erfolgte und inhaltlich deutlich über die Mindestanforderungen der Europäischen Kommission hinausging. Sie bezweifeln jedoch, dass die Wettbewerbssituation substanziell verbessert werden kann, solange die Konzernholding bestehen bleibt. (vr/cd)
Prognos für neue Zuordung der DB Netz
Prognos: DB-Konzernholding behindert freien Wettbewerb