Berlin. Die privaten Eisenbahnengesellschaften fordern mehr Chancen im Wettbewerb mit der dominierenden Deutschen Bahn. Noch immer gebe es hohe Hürden für den Marktzugang, stellten die Verbände der deutschen Unternehmen am Montag in Berlin fest. Erstmals veröffentlichten sie aus ihrer Sicht einen „Wettbewerber-Report Eisenbahn“. Danach wurden 13 Jahre nach der Marktöffnung rund 65 Prozent aller Zugkilometer im Personenverkehr noch nie in einem Ausschreibungsverfahren vergeben. Dadurch werde Potenzial für mehr Effizienz verschenkt. Der Studie zufolge ließe sich gut eine Milliarde Euro pro Jahr einsparen, wenn auch die übrigen Strecken ausgeschrieben würden. Das ergebe sich aus der Analyse der Preise, die bislang bei Vergaben ermittelt wurden. Dabei seien die „Monopolpreise der DB AG“ um 26 Prozent gesenkt worden. Auftraggeber der Studie der Managementberatung KCW sind das Netzwerk Privatbahnen, der Verband Mofair und der Besteller-Dachverband für den öffentlichen Nahverkehr (BAG-SPNV). Im Personenverkehr liegt der Anteil der Privatbahnen laut Report bei lediglich 10 Prozent, im Güterverkehr habe er auf 21 Prozent ausgebaut werden können. Dieser Erfolg sei erzielt worden, obwohl die Bahn ihre Infrastruktur ausgedünnt habe, um ihre Erträge zu erhöhen. Zahlreiche Überhol-, Abstell- und Ladegleise seien in den vergangenen Jahren entfernt worden. KCW-Studienleiter Michael Holzhey sagte, das Gleisnetz müsse unabhängig von der DB bewirtschaftet werden, um Konkurrenten größere Chancen zu geben. Mofair-Präsident Wolfgang Meyer sagte: "Beim Netz sind wir Kunden der DB, und so wollen wir auch behandelt werden." Bislang sehe man sich aber bei der Trassenvergabe in der Rolle eines Bittstellers. Die Deutsche Bahn wies die Vorwürfe zurück. Der steigende Anteil der Konkurrenten am Gesamtmarkt zeige, dass der Wettbewerb funktioniere. (dpa)
Privatbahnen klagen über Wettbewerbshürden
Auch 13 Jahre nach der Marktöffnung noch viele Hindernisse / Personen- wie Güterverkehr betroffen