Die Absicht der Deutschen Post AG, Fahrdienstleistungen künftig an Speditionen zu vergeben, sorgt unter den Postfahrern weiter für Unruhe. In Magdeburg haben am Donnerstag 200 Postbeschäftigte vor dem Landtag in Magdeburg für den Erhalt ihrer Arbeitsplätze demonstriert. Wegen der Pläne der Post seien in Sachsen-Anhalt rund 600 Jobs in Gefahr, sagte Andreas Wiedemann von der Gewerkschaft ver.di. Bundesweit seien 12 000 Arbeitsplätze von den Auslagerungsplänen betroffen. Die Post betreibe Tarifflucht in großem Stil. In Baden-Württemberg haben 700 Postfahrer wegen der Unternehmenspläne in sechs der zwölf Briefzentren des Lande Betriebsversammlungen durchgeführt. Dazu hatte die Gewerkschaft ver.di aufgerufen. In den Regionen Freiburg, Göppingen, Reutlingen, Stuttgart und Heilbronn wurden dadurch viele Briefe und Zeitungen nicht oder verspätet zugestellt. Die Deutsche Post glaubt, dass Speditionen die Transporte von den Briefzentren zu den Zustellstützpunkten kostengünstiger und mit besserer Auslastung fahren können. "Momentan verhandeln Post und Gewerkschaft darüber auf höchster Ebene", sagte Postsprecher Ingo Gimber. Komme es zu den Ausschreibungen an Speditionen, würden die Fahrer aber nicht vor die Tür gesetzt. "Den Tarifverträgen entsprechend sind betriebsbedingte Kündigungen bis Ende 2004 ausgeschlossen". (vr/dpa)
Post-Fahrer demonstrieren für Erhalt ihrer Jobs
Tarifvertrag verbietet betriebsbedingte Kündigungen bis Ende 2004