Nairobi/Mogadischu. Somalische Piraten haben einen vor viereinhalb Monaten gekaperten britischen Chemietanker nach Zahlung eines Lösegelds wieder frei gelassen. Ein Sprecher der Anti- Piratenmission der EU, Atalanta, berichtete am Freitag, das Lösegeld für die "MS St. James Park" sei in der als Piratenhochburg geltenden Hafenstadt Garacaad an der somalischen Küste übergeben worden. Das am 28. Dezember gekaperte Schiff mit 26 Mann Besatzung unter anderem aus der Ukraine, Polen und Russland sei bereits unterwegs in sichere Gewässer. Über die Höhe des gezahlten Lösegelds gab es keine Angaben.
In dieser Woche haben somalische Piraten gleich zwei Schiffe innerhalb von 24 Stunden in ihre Gewalt gebracht. Im Golf von Aden enterten sie ein schrottreifes bulgarisches Schiff mit 15 Mann Besatzung. Der Chemietanker Panega wurde im international bewachten Korridor überfallen, teilte das bulgarische Außenministerium am Mittwoch mit. Das nicht beladene Schiff war nach Angaben der bulgarischen Seeflotte auf dem Weg nach Pakistan, wo es als Schrott verkauft werden sollte. Am Mittwoch kaperten Seeräuber dann das griechische Containerschiff "MS Eleni P" 250 Seemeilen östlich der Küste von Oman. Die 26-köpfige Mannschaft, überwiegend philippinische Seeleute, sei unversehrt, sagte ein Sprecher der EU-Antipiratenmission Atalanta. Somalische Piraten haben derzeit rund 300 Seeleute in ihrer Gewalt. Erst vor wenigen Tagen kaperten Piraten den deutschen Chemietanker "Marida Marguerite", der unter der Flagge der Marshall-Inseln fuhr und von Indien nach Belgien unterwegs war. (dpa)