Frankfurt/Main. Dutzende Piloten haben am Montag für kürzere Arbeitszeiten demonstriert. Die derzeitigen EU-Regelungen zu Flugdienst- und Ruhezeiten begünstigten eine gefährliche Übermüdung und Erschöpfung, erklärte die Vereinigung Cockpit am Montag in Frankfurt. Der Flugverkehr wurde durch die Aktion nicht beeinträchtigt. Bis zu 50 Piloten verteilten am Rhein-Main-Flughafen „EU- Flugtickets“ an Passagiere mit Zielort „Sleeping Island“ („Schlafinsel“). Auf Spruchbändern hieß es: „Übermüdung kann tödlich enden“. Die europäische Pilotenvereinigung ECA hatte europaweit zu Aktionen aufgerufen. In Deutschland gelten derzeit noch schärfere gesetzliche Regelungen als die EU als Mindestmaß vorschreibt, sagte der Sprecher der Pilotengewerkschaft, Jörg Handwerg. Auch die derzeit geltenden Tarifverträge garantierten ein höheres Niveau. Die Gewerkschaft befürchtet allerdings, dass die deutschen Regelungen zugunsten einer Vereinheitlichung gelockert werden. Lufthansa weist Vorwürfe von sich Die Lufthansa wies die Vorwürfe der Piloten von sich. Lufthansa-Sprecher Michael Lamberty sagte, bei größeren Distanzen wie Flügen nach Japan oder an die Westküste der USA flöge immer eine erweiterte Cockpitcrew, um Ruhezeiten während des Fluges zu ermöglichen. Die Lufthansa sehe keinen Nachholbedarf bei den gesetzlichen Regeln. Allerdings machte Lamberty klar: „Jeder, der in Europa Flugtickets verkauft, muss sich nach den gleichen Spielregeln richten.“ Der Bundesverband der Deutschen Fluggesellschaften (BDF) wollte die Aktion der Gewerkschaft nicht kommentieren. Es sei normal, dass sich eine Gewerkschaft für kürzere Arbeitszeiten einsetze, sagte eine Sprecherin. Die Airlines hielten sich an die rechtlichen Regelungen, viele gingen in Tarifverträgen sogar darüber hinaus.
Piloten-Demo wegen Überlastung
Im Streit um die Arbeits- und Bereitschaftszeiten von Piloten in der EU gibt es nach wie vor keine Einigung