Lübeck. Die Häfen an der Ostsee wollen künftig enger zusammenarbeiten. "Die Zeiten, als in jedem Anrainerstaat unterschiedliche Standards galten, sollen bald der Vergangenheit angehören", sagte der Geschäftsentwickler der Lübecker Hafen- Gesellschaft, Falk Ohlig. Es bringe nichts, wenn jeder sein eigenes Süppchen koche. "Bei aller gesunden Konkurrenz geht es nun auch um Kooperation." Bei der Konferenz der Organisation der Ostsee-Häfen, die am Samstag in Lübeck zu Ende fing, hätten sich Vertreter der 50 wichtigsten Häfen darauf geeinigt, künftig auf einheitliche Standards und eine einheitliche Technologie zu setzen. Auch bei der Hinterlandanbindung wollen die Häfen sich angleichen. "Es ist für alle ein Hindernis, wenn in einem Hafen die Verladung schnell gelingt, aber im Gegenhafen Stau herrscht", sagte Ohlig. Die Ostsee-Anrainer rechneten mit einer Verdoppelung des Warenumschlags bis 2050. In Lübeck seien im vergangenen Jahr rund 33 Millionen Tonnen umgeschlagen worden. Von einer "neuen Hanse" spricht Ohlig beim Umweltschutz. Auf diesem Gebiet sei die Lübecker Hafen-Gesellschaft zusammen mit dem Hafen in Göteborg Vorreiter. Beide böten den Schiffen an, während der Liegezeit Strom vom Land zu bekommen. "Das ermöglicht den Schiffen, alle Maschinen einschließlich der Hilfsdiesel abzuschalten", sagte Ohlig. Während der Zeit am Kai gebe es dann Strom vom Kai. "Wenn alle Schiffe mit diesem Landanschluss ausgerüstet würden, könnten bis zu 40 Prozent der bisherigen Emissionen vermieden werden", erklärte Ohlig. Er hoffe nun, dass möglichst viele Häfen diese Technik anbieten und sich am Projekt mit dem Titel "Neue Hanse der nachhaltigen Häfen und Städte" beteiligen. "Das wird den Anreiz für Reeder erhöhen, ihre Schiffe entsprechend umzurüsten." (dpa)
Ostsee-Häfen wollen enger zusammenarbeiten
Vertreter der 50 wichtigsten Häfen wollen künftig auf einheitliche Standards und eine einheitliche Technologie setzen