Nur noch zwei Bieter für Reederei Hapag-Lloyd

07.08.2008 15:41 Uhr
hapag_lloyd290
Nur wenig Interesse an TUIs Schifffahrtstochter

Hamburg und der Stadtstaat Singapur kämpfen umd die TUI-Reedereitochter Hapag-Lloyd

Hamburg/Hannover. Der Verkauf der TUI-Tochter Hapag- Lloyd wird einem Zeitungsbericht zufolge zu einem Kampf zwischen Hamburg und dem Stadtstaat Singapur. Für die zweite Phase des Verkaufsprozesses hätten sich nur der Logistik- und Schifffahrtskonzern Neptune Orient Lines (NOL) und ein Hamburger Konsortium mehrerer Einzelinvestoren qualifiziert, berichtete die „Financial Times Deutschland“ am Donnerstag. Ein TUI-Sprecher in Hannover sagte, der Konzern wolle „Spekulationen“ nicht kommentieren. An NOL hält Singapurs Staatsfonds Temasek die Mehrheit. An dem Hamburger Konsortium will sich die Hansestadt mit einem dreistelligen Millionenbetrag beteiligen. Beide Bieter dürften nun vertrauliche Daten der TUI-Tochter intensiv prüfen, schrieb die Zeitung. Die Beschränkung auf lediglich zwei Bieter sei ein Beleg für das unerwartet geringe Interesse an Hapag-Lloyd. Hintergrund sei die weltweit abkühlende Konjunktur, die die Frachtpreise fallen lasse. Es gelte als unsicher, ob einer der beiden Bieter den angestrebten Verkaufspreis von rund vier Milliarden Euro für wirtschaftlich vertretbar halte. Die TUI-Führung um Vorstandschef Michael Frenzel hatte im März dieses Jahres eine Trennung von Hapag-Lloyd beschlossen. Frenzel hatte dies mit dem Druck von Finanzinvestoren begründet. TUI wolle sich künftig ausschließlich auf das Reisegeschäft konzentrieren. Ginge Hapag-Lloyd an Neptune Orient Lines würde nach NOL-Angaben die weltweit drittgrößte Container-Reederei entstehen. Das Konsortium aus Hamburger Kaufleuten will den Verkauf des hanseatischen Traditionsunternehmens nach Asien verhindern. Das Bieterkonsortium wird von dem früheren Hamburger Finanzsenator Wolfgang Peiner und dem Privatbanker Christian Olearius koordiniert. Das Konsortium will die Eigenständigkeit von Hapag-Lloyd mit Sitz in Hamburg langfristig sichern. TUI-Chef Frenzel hatte betont, er werde die Reederei nicht verschleudern, sondern nur zum höchstmöglichen Preis verkaufen. Falls sich kein angemessener Preis für die Tochter erzielen ließe, könnte Frenzel den Verkauf möglicherweise aber auch ganz abblasen. Auch 2004 hatte er seine Pläne mit der Schifffahrtstochter schon einmal geändert und einen avisierten Börsengang abgesagt, weil ein verändertes Marktumfeld nicht mehr den erhofften Erlös erwarten ließ. (dpa/sv)

MEISTGELESEN


STELLENANGEBOTE


Lagerist (m/w/d)

Sehnde bei Hannover

KOMMENTARE

SAGEN SIE UNS IHRE MEINUNG

Die qualifizierte Meinung unserer Leser zu allen Branchenthemen ist ausdrücklich erwünscht. Bitte achten Sie bei Ihren Kommentaren auf die Netiquette, um allen Teilnehmern eine angenehme Kommunikation zu ermöglichen. Vielen Dank!


NEWSLETTER

Newsletter abonnieren und keine Branchen-News mehr verpassen.


Die VerkehrsRundschau ist eine unabhängige und kompetente Abo-Fachzeitschrift für Spedition, Transport und Logistik und ein tagesaktuelles Online-Portal. VerkehrsRunschau.de bietet aktuelle Nachrichten, Hintergrundberichte, Analysen und informiert unter anderem zu Themen rund um Nutzfahrzeuge, Transport, Lager, Umschlag, Lkw-Maut, Fahrverbote, Fuhrparkmanagement, KEP sowie Ausbildung und Karriere, Recht und Geld, Test und Technik. Informative Dossiers bietet die VerkehrsRundschau auch zu Produkten und Dienstleistungen wie schwere Lkw, Trailer, Gabelstapler, Lagertechnik oder Versicherungen. Die Leser der VerkehrsRundschau sind Inhaber, Geschäftsführer, leitende Angestellte bei Logistikdienstleistern aus Transport, Spedition und Lagerei, Transportlogistik-Entscheider aus der verladenden Wirtschaft und Industrie.