Lange hatte der Anbieter von betriebswirtschaftlicher Standardsoftware, beispielsweise für Supply Chain Management (SCM), an seinem geplanten Umsatzzuwachs von 15 Prozent fest gehalten, während Wettbewerber ihre Prognosen längst nach unten korrigiert hatten. Doch die Zahlen des zweiten Quartals 2002 zwingen nun auch SAP in die Knie. Trotz der geringeren geplanten Umsatzzunahme behält das Unternehmen die geplante Marge von 21 Prozent, und damit einem Prozentpunkt mehr als im Vorjahr, bei. Grund für die Korrektur lieferte das vorläufige Ergebnis des zweiten Quartals 2002. Danach Umsatz betrug knapp 1,8 Milliarden Euro, was einem Rückgang von vier Prozent gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum entspricht. Der operative Gewinn sank um 23 Prozent von 424 Millionen Euro auf 326 Millionen Euro. Nach Abzug von Abschreibungen und Steuern weist SAP einen Konzernverlust von 235 Millionen Euro aus. Im gleichen Zeitraum des vergangenen Jahres waren es noch 206 Millionen Euro Gewinn. Der größte Anteil des Verlusts geht auf das Konto der 20-prozentigen Beteiligung an Commerce One, einem Anbieter von E-Commerce-Lösungen. Die Wertminderung der Beteiligung von 320 Millionen Euro musste das Softwareunternehmen laut den amerikanischen Rechnungslegungsvorschriften US-GAAP im Ergebnis berücksichtigen.
Nun warnt auch SAP
Nach der Veröffentlichung der vorläufigen Quartalszahlen musste das Walldorfer Softwarehaus SAP sein geplantes Umsatzwachstum, im Vergleich zum Jahr 2001, für das laufende Geschäftsjahr auf fünf bis zehn Prozent zurückschrauben.