Rostock/Schwerin. Die Seehäfen in Mecklenburg-Vorpommern haben im vergangenen Jahr einen Umschlagsrückgang hinnehmen müssen, zugleich aber im Passagierverkehr deutlich zugelegt. Nach Angaben des Statistischen Landesamtes vom Dienstag gingen 24,4 Millionen Tonnen Güter über die Kaikanten und damit 4,4 Prozent weniger als 2002. Auch der Güterumschlag im Fährverkehr stieg um 7,7 Prozent auf 9,2 Millionen Tonnen. Die Angaben der Behörde liegen jedes Jahr zum Teil erheblich unter den eigenen Angaben der Häfen. Der Grund: Die Statistiker zählen nur die Güter, die tatsächlich über die Kaikanten gehen, während die Häfen auch Güterbewegungen auf dem Hafengelände als Umschlag werten. Die Zahlen der Behörde ergeben beim Umschlag für Rostock ein Minus von 3,7 Prozent auf 16,7 Millionen Tonnen, für Sassnitz ein Minus von 1,6 Prozent auf 2,9 Millionen Tonnen, für Wismar ein Minus von 5,6 Prozent auf auf 2,7 Millionen Tonnen, für Stralsund einen Rückgang von 1,3 Prozent (893 000 Tonnen) und für Wolgast einen Einbruch um 22,1 Prozent auf 596 000 Tonnen. Wirtschaftsminister Otto Ebnet (SPD) begründete den Rückgang unter anderem mit der Konjunkturlage: „Ein hoher Euro-Kurs im Verhältnis zum US-Dollar und eine schlechte Ernte haben im vergangenen Jahr den Export von Getreide und Mineralölerzeugnissen über unsere Häfen sinken lassen.“ Ebnet betonte zugleich mit Blick auf die positive Entwicklung beim Passagier- und Fährverkehr, dass die Angebote der Häfen und Fährreeder für Passagiere und Frachtkunden immer attraktiver würden. Der Anteil des Fährverkehrs am Gesamtumschlag kletterte 2003 um 4,2 Prozentpunkte auf 37,8 Prozent. Zu den am meisten umgeschlagenen Gütern gehörten 2003 Steine und Erden (3,0 Millionen Tonnen), Getreide (3,0), Erdöl und Mineralölerzeugnisse (1,8), Erze und Metallabfälle (1,6), Holz und Kork (1,3) sowie Düngemittel (1,2) und Steinkohle und Briketts (1,1). (vr/dpa)
Nordosten-Seehäfen: Weniger Umschlag, mehr Passagiere
2003 wurden mit 24,4 Millionen Tonnen 4,4 Prozent Güter weniger umgeschlagen als im Vorjahr