Norddeutsche Küstenländer proben Schulterschluss bei Hafenpolitik

04.07.2014 10:03 Uhr
Der Hafen in Hamburg
Die Häfen der norddeutschen Küstenländer wollen künftig stärker gemeinsam auftreten
© Foto: Hafen Hamburg

Die Hafenwirtschaft in Norddeutschland sucht für ihre maritimen Standorte gemeinsam nach Lösungen. Das soll international Geschlossenheit demonstrieren.

Hannover. Die fünf norddeutschen Küstenländer wollen ihre Häfen künftig gemeinsam vermarkten. Außerdem wollen sie zusammen für den Ausbau der nötigen Hinterlandanbindung kämpfen. Beim dritten Hafenentwicklungsdialog - bei dem erstmals auch Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein dabei waren - kündigten die zuständigen Minister und Senatoren am Donnerstag in Hannover ein geschlosseneres Auftreten auf Bundes- und EU-Ebene an. Auf Einladung von Niedersachsens Wirtschaftsminister Olaf Lies (SPD) hatten sie entsprechende Konzepte erörtert. Ein isolierter Blick auf ein einzelnes Bundesland sei nicht mehr zeitgemäß, sagte Bremens Hafensenator Martin Günthner (SPD).

„Wir müssen uns stark gemeinschaftlich aufstellen und deutlich machen, welche nationale Bedeutung unsere Häfen haben“, sagte Günthner. „Das Unterhaken ist ein wichtiges Signal und wird fortgesetzt.“ Ähnlich hatte sich auch Bremens Bürgermeister Jens Böhrnsen (SPD) beim Logistiktag in dem Stadtstaat geäußert.

Gemeinsamkeiten und Kooperationsmöglichkeiten finden

Die gemeinsame Positionierung unter dem Dach „German Ports“ war vor kurzem bei einer Messe in Schanghai erfolgreich geprobt worden, wie Lies sagte. Eine Bestandsaufnahme soll nun auflisten, wo es Gemeinsamkeiten und Kooperationsmöglichkeiten zwischen den einzelnen Häfen gibt. Auch bei der EU-Kommission soll für die Interessen der norddeutschen Häfen geworben werden. Mehrkosten, die etwa durch die Offshore-Industrie im Rahmen der Energiewende auf die Häfen zukommen, sollten künftig vom Bund mitgetragen werden.

Seine Kollegen aus den anderen Bundesländern betonten, dass etwa die Anpassung von Elbe oder Weser oder auch die Modernisierung des Nord-Ostsee-Kanals Herausforderungen seien, die nicht nur fürs jeweilige Bundesland wichtig seien, sondern auch für die Absicherung des Exportstandorts Deutschland. Die Wirtschaft definiere Grenzen anders als sie die föderalen Strukturen abbilden. Die vom Bund für die laufende Legislaturperiode in Aussicht gestellten 300 Millionen Euro seien ein wichtiges Signal, sagte Lies - ihm müssten nun weitere folgen.

Mit Blick auf den hinter den Erwartungen bei der Auslastung liegenden Jade-Weser-Port warnte er vor zu hohen Erwartungen an die Politik: „Es geht nicht, dass wir politisch Ladung lenken.“ Sein Bremer Amtskollege warf die Frage auf, ob es bei dem Projekt nicht „falsches Erwartungsmanagement“ gegeben habe. Es sei falsch zu glauben, dass Kajen sofort gefüllt seien, sobald der Hafen fertig sei - das habe nirgendwo so funktioniert: „Hafenprojekte werden nicht für heute, morgen oder übermorgen gebaut, sondern für lange Zeiträume.“ (dpa)

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