Nord-Ostsee-Kanal: Verkehrsaufkommen steigt weiter an

21.10.2008 13:33 Uhr
Nord-Ostsee-Kanal 290
Von Januar bis September 2008 befuhren genau 32.835 Schiffe den Nord-Ostsee-Kanal (Bild: Arndt)
© Foto: Arndt

Deutliche Zuwächse auch bei der Ladungsmenge/ Denkmalschutz und Kanalausbau stehen einander nicht im Wege

Kiel. Den Nord-Ostsee-Kanal (NOK) passieren immer mehr Schiffe. Darauf verweist das Wasser- und Schifffahrtsamt Brunsbüttel (WSA Brunsbüttel) nach Auswertung der Verkehrszahlen für den Zeitraum von Januar bis September. Danach befuhren insgesamt 32.835 Schiffe aller Größenordnungen die knapp 100 Kilometer lange, künstliche Wasserstraße. Damit übertreffe der NOK erstmals das Aufkommen von Suezkanal und Panamakanal, so die Wasser- und Schifffahrtsdirektion Nord (WSD-Nord) in Kiel, der das WSA-Brunsbüttel unterstellt ist. Die Schiffe brachten es gemeinsam auf eine Bruttoraumzahl (BRZ) von rund 134,2 Millionen. Das entspricht einer Zunahme beim umbauten Schiffsraum von gut 8,3 Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres. Das innerhalb des Neunmonatszeitraums durch den NOK beförderte Güteraufkommen betrug rund 81,7 Millionen Tonnen, was einem Plus von rund 10,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Zur Jahreshälfte hatte die WSD-Nord in Aussicht gestellt, dass bis Ende 2008 durch den Nord-Ostsee-Kanal erstmals in seiner 113-jährigen Geschichte 100 Millionen Tonnen Ladung transportiert werden dürften. Indes steht fest, dass dem weiteren Ausbau der künstlichen Wasserstraße keine Hürden seitens des Denkmalschutzes im Wege stehen. Diese Befürchtung hatte im August dieses Jahres noch die Industrie- und Handelskammer Kiel (IHK Kiel) gehegt. Sie warnte in dem Zusammenhang vor möglichen Verzögerungen beim Ausbau des NOK. Ende September hatte das Bundesverwaltungsgericht entschieden, dass bauliche Veränderungen an Einrichtungen, die zu den bundeseigenen Schifffahrtsanlagen zählen, auch ohne vorherige Genehmigung der zuständigen Denkmalschutzbehörde durch die Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes durchgeführt werden dürfen. Nach Abschluss der Ausbauten – dazu gehört unter anderem die Modernisierung der Schleusen, die Begradigung von besonders engen Kurvenabschnitten sowie die Fahrrinnenvertiefung auf 10,50 Meter – könnten wesentlich größere Schiffe den Kanal befahren. Die Obergrenzen liegen dann bei 280 Meter Länge, 33 Meter Breite und einem Tiefgang von 9,50 Metern. Immer häufiger, so die WSD-Nord, werde der NOK von zunehmend größeren Schiffen befahren. Sie werden in der so genannten Verkehrsgruppe sechs (bis 235 Meter Länge) zusammengefasst. Bis August dieses Jahres waren es bereits 311 Schiffe dieser Größenordnung. Damit wurde die Gesamtanzahl von 2007 – nämlich 296 Schiffe – deutlich übertroffen. (eha)

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