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Nord-Ostsee-Kanal teilweise wieder frei

Manövrierunfähig liegt das leck geschlagene Schiff im Nord-Ostsee-Kanal
© Foto: Bundespolizei

Die Bergungsarbeiten gestalten sich aber schwieriger als erwartet. Das leckgeschlagene Schiff muss aufwändig gesichert werden.


Datum:
31.10.2013
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Brunsbüttel. Der Nord-Ostsee-Kanal ist am Donnerstag seit 11:30 Uhr wieder teilweise für den Schiffsverkehr freigegeben, teilte das Havariekommando mit. Seit der Havarie der beiden Küstenmotorschiffe „Siderfly" und „Coral Ivory" war der Kanal vom frühen Montagmorgen an voll gesperrt.

Nun ist der Nord-Ostsee-Kanal wieder für die Verkehrsgruppen 1-3 geöffnet. Das bedeutet, dass Schiffe mit einer Länge von 45 bis 140 m, einer Breite von 9,5 bis 17 m und einem Tiefgang von bis zu 6,1 m wieder auf dem Nord-Ostsee-Kanal fahren dürfen.

Noch immer liegt die 100 Meter lange „Siderfly“ (Baujahr 1985) aus Estland, die unter der Flagge des Karibikstaats St. Vincent und die Grenadinen fährt, unweit Brunsbüttel mit Schlagseite auf der südlichen Kanalböschung. Drei Hochseeschlepper halten sie mit laufenden Motoren in Position, damit sie nicht weiter in das Fahrwasser abrutscht.

Abrutschen des Schiffes muss verhindert werden

Wie das für die Bergung zuständige Havariekommando in Cuxhaven am Mittwochabend mitteilte, sollte die ganze Nacht über weiter an den landseitigen Sicherungsmaßnahmen gearbeitet. Ziel sei es, die Schlepper, die die „Siderfly" zur Zeit halten, durch drei Bulldozer an Land zu ersetzen. Anschließend werde getestet, ob diese Land -Verbindung stark genug sei. Erst dann könnten die Schlepper abgezogen werden, was das Fahrwasser im Kanal dann wieder breiter und passierbar machen würde.

Auch die Pumparbeiten im Maschinenraum würden in der Nacht fortgesetzt, damit der Wassereinbruch in die „Siderfly" unter Kontrolle bleibe. Darüber hinaus würde die Leichterung (Entladung) der Harnstofffracht vorbereitet.

Untersuchungen hatten am Mittwoch zwei Lecks ergeben, von denen das Leck unweit des Bugs der „Siderfly" mit fünf mal acht Metern doch wesentlich größer ist als zunächst vermutet. Für die Bulldozer-Sicherung von Land aus werden an den havarierten Frachter ähnlich dem Procedere zur Bergung der „Costa Concordia“ sogenannte Poller angeschweißt, im Unterschied zur „Concordia“ allerdings deutlich kleiner und massiv. Inwieweit der Kanal wenigstens in einer Fahrtrichtung wieder freigegeben werden kann, soll frühestens im Lauf des Vormittags entschieden werden, vorausgesetzt, die Schlepper können abgezogen werden.

Verlust für die Staatskasse

Für die Bergung ist der in solchen Sachen weltweite Marktführer T&T Salvage aus Texas vorgesehen; er steuert sein Europa-Geschäft aus Holland, so auch hier. Interessant ist der Kostenaspekt: Die Versicherungen decken lediglich die Bergungskosten. Der Einnahmeausfall an Kanalgebühren reißt schlicht ein Leck in die Staatskasse; zur Größenordnung: 2012 nahm der Bund an NOK-Gebühren ca. 25 Millionen Euro ein. Den Verdienstausfall aller anderen Beteiligten wie Makler, Lotsen, Kanalsteuerer und auf Reede liegende Schiffe (vor der Kieler Ostzufahrt sind es bereits zwei Dutzend) müssen die Betroffenen selbst tragen.

Zur Unfallursache hat die Staatsanwaltschaft Itzehoe Ermittlungen aufgenommen. Derzeit deuten die verfügbaren Informationen darauf hin, dass ein Fahrfehler des Gastankers „Coral Ivory“ Montag früh zur Kollision geführt hat. Die Ermittler müssen aber noch weitere Zeugen befragen. Der zur Unglückszeit tobende schwere Herbststurm mit durchschnittlich Windstärke 11, in Böen Orkanstärke 12 mit bis zu 171 km/h ist zur Erleichterung der Bergungstrupps abgeflaut. (cfd)

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