Bonn. Die Deutsche Post prüft intensiv ihr weiteres Engagement in den USA. Dabei gehe es nur um das hochdefizitäre amerikanische Express-Geschäft der Post-Tochter DHL, sagte eine Sprecherin am Montag in Bonn. Über die bereits geplanten Umstrukturierungen hinaus gebe es bei diesem Geschäft mit eiligen Sendungen und Paketen "derzeit keine Notwendigkeit für weitere Maßnahmen". Ob für diesen Bereich auch ein völliger Rückzug eine Option sein könnte, wollte die Sprecherin nicht sagen. Die Post schaue sich die schwierige Lage zur Zeit genau an. Unter der schwachen Konjunktur hätten auch die Wettbewerber zu leiden. Bisher war ein Totalrückzug vom US-Expressgeschäft, der Zustellung zu Land und Luft innerhalb der USA, nicht geplant. Das "Handelsblatt" berichtete, dass ein solcher Schritt wegen anhaltender Probleme nun erstmals "nicht mehr ausgeschlossen" werde. Die Post will nach eigenen Ankündigungen im US-Expressgeschäft den Lufttransport an den Konkurrenten UPS abgeben und das eigene Bodennetz ausdünnen. Einen Zeitplan für eine endgültige Einigung mit UPS über die im Mai angekündigte Partnerschaft gebe es nicht, sagte die Post-Sprecherin. Die neue Ausrichtung im Bodennetz soll 2009 stehen. Völlig klar sei aber, dass Post und DHL künftig weiter am Standort USA mit ihren anderen Geschäftsfeldern wie internationalen Expressendungen und der Logistik (Luft- und Seetransport sowie Dienstleistungen für Konzerne) vertreten blieben, machte die Sprecherin deutlich. Daher seien auch missverständliche Spekulationen über einen Komplettrückzug von DHL unsinnig. Allein in diesem Jahr wird DHL-Express in den USA laut Post einen Verlust von 1,3 Milliarden US-Dollar schreiben. Die in den vergangenen Jahren angehäuften Verlust belaufen sich nach Angaben aus Branchenkreisen auf rund fünf Milliarden Euro. (dpa)
Noch keine Entscheidungen über weiteres US-Engagement von Post
Spekulationen über einen Komplettrückzug von DHL nach Unternehmensangaben "unsinnig" / Hochdefizitäres amerikanisches Express-Geschäft auf dem Prüfstand