Modulares Fahrzeugkonzept U‑Shift geht in nächste Phase
Forschende aus Baden‑Württemberg haben ein neuartiges, autonom fahrendes Fahrzeugkonzept weiterentwickelt, das sich flexibel an unterschiedliche Einsatzanforderungen anpassen lässt. Die neue Generation des Projekts U‑Shift II wurde am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) vorgestellt.
Kernidee ist die konsequente Trennung von Fahrplattform und Funktion.
Ein Fahrzeug für verschiedene Aufgaben
Das Konzept basiert auf einer autonomen Plattform, die unterschiedliche Aufbauten – sogenannte Kapseln – aufnehmen und wieder absetzen kann. Dadurch kann ein Fahrzeug im Tagesverlauf verschiedene Aufgaben übernehmen, beispielsweise:
- Personentransport im ÖPNV
- Paket- und Lieferdienste
- mobile Service- oder Versorgungsangebote
Damit zielt das System auf eine höhere Auslastung und effizientere Nutzung von Fahrzeugen ab.
Driveboard als technisches Herzstück
Zentrale Komponente ist ein flaches Fahrmodul („Driveboard“), das die komplette Technik integriert:
- elektrischer Antrieb mit Radnabenmotoren
- Batterien und Lenksystem
- Steuerungs- und Energieversorgungseinheiten
Die Plattform fährt selbstständig unter die jeweilige Kapsel, hebt sie an und verriegelt sie – automatisch und ohne zusätzliche Infrastruktur.
Software passt Fahrzeugfunktionen an
Während des Einsatzes verbindet sich das Fahrzeug digital mit der jeweiligen Kapsel. Dadurch können sich Funktionen und Systeme flexibel anpassen – je nachdem, ob Güter transportiert oder Personen befördert werden.
Updates und neue Funktionen lassen sich zudem drahtlos aufspielen, ähnlich wie bei Softwareupdates.
Präzises Andocken durch Sensorik
Für den autonomen Betrieb nutzt das System ein komplexes Sensorset aus:
- Kameras
- Radar
- Lasersysteme
Diese ermöglichen präzise Fahrmanöver und ein zentimetergenaues Andocken an die jeweiligen Kapseln.
Breites Anwendungsspektrum
Das Projekt richtet sich auf verschiedene Einsatzfelder. Neben Logistik und öffentlichem Verkehr werden unter anderem auch Anwendungen in der Medizin oder temporären Infrastruktur diskutiert.
Damit soll das Konzept neue Ansätze für flexible Mobilitätslösungen eröffnen.
Stärkung des Innovationsstandorts
An dem Projekt arbeiten mehrere Forschungseinrichtungen zusammen, darunter KIT, DLR und die Universität Ulm. Ziel ist es, Technologien für automatisiertes und vernetztes Fahren weiterzuentwickeln und in Richtung Praxiseinsatz zu bringen.
Auch der Technologietransfer in die Industrie spielt eine zentrale Rolle.