Paris. Ins europäische Bahnfrachtgeschäft kommt weitere Bewegung, nachdem die französische Staatsbahn für ihre Leihwaggontochter Ermewa einen neuen Mehrheitspartner gefunden hat. Die Pariser Investmentgesellschaft IPE übernahm 50,4 Prozent vom Firmenkapital, die Bahnholding SNCF Participations stockte ihren Anteil auf 49,6 Prozent auf. Das berichtete Les Echos. Der bisherige Mehrheitshalter Jacques Bory, der das Leihunternehmen gegründet hatte, war letztes Jahr gestorben. Ermewa ist mit 400 Millionen Euro Umsatz das zweitgrößte Unternehmen seiner Art in Europa. Die Seefrachtaktivitäten (12 Prozent vom Umsatz) sollen verkauft werden. Der neue Partner garantiere, dass der Waggonpark der französischen Staatsbahn mehr als vier Jahre lang zur Verfügung stehe, erklärte SNCF Participations. Außerdem biete IPE eine mittelfristige Strategie für Ermewa, für die nunmehr ein beschleunigtes Expansionstempo nach innen und außen vorgesehen ist. So drängen die Franzosen auf den Eintritt der österreichen Staatsbahn ÖBB ins Ermewa-Kapital, um auf diese Weise Zugang zu den Ost-Märkten zu erhalten. Die ÖBB sei daran nicht uninteressiert, hieß es in Paris. (vr/jb)
Neuer Investor für SNCF-Leihwaggontochter Ermewa
Franzosen suchen über angestrebte ÖBB-Beteiligung Zugang zu Ost-Märkten