Neue Vorwürfe: Bahnchef Mehdorn verliert Rückhalt

27.03.2009 16:50 Uhr
Mehdorn
Wöchentlich neue Vorwürfe: Bahnchef Hartmut Mehdorn steht vor dem Aus
© Foto: ddp

Deutsche Bahn ließ Mitarbeiter auf Medienkontakte überprüfen: Bundesverkehrsministerium lässt Zukunft Mehdorns offen / Gewerkschaften fordern Mehdorns Rücktritt

Berlin . Nach der Aufsichtsratssitzung der Deutschen Bahn AG zur Datenaffäre hat das Bundesverkehrsministerium die Zukunft von Konzernchef Hartmut Mehdorn offen gelassen. „Es gibt eine ganz schwierige Situation der Bahn“, sagte Verkehrs-Staatssekretär Achim Großmann (SPD). Auf die Frage nach der Zukunft Mehdorns antwortete er: „Fragen Sie mich nächste Woche“. Er warnte vor übereiltem Handeln. Es gebe neue „belastende Hinweise“. Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) erklärte heute in Leipzig, es seien neue Vorwürfe erhoben worden. „Wenn die sich bestätigen , wird es ganz, ganz schwer“. Dagegen forderten die Bahngewerkschaften Transnet und GDBA offen den Rücktritt Mehdorns. Der Grund sei, dass Bahmitarbeiter unabhängig von der Korruptionsbekämpfung ausgeforscht worden seien. Zur angeblichen Ausspähung des E-Mail-Verkehrs von Mitarbeitern der Bahn sagte Großmann: „Das sind Vorwürfe. Wenn es so passiert ist, ist es dramatisch“. Es sei aber noch zu früh für Schlussfolgerungen. Teilnehmer der Sitzung hatten erklärt, die Konzernrevision habe 2005 die elektronische Post sämtlicher Beschäftigten gerastert. Danach sei auch überprüft worden, ob die Mails an bekannte Kritiker der Deutschen Bahn auch aus dem Bundestag oder an bestimmte Redaktionen gegangen seien. Ziel sei es gewesen, Konzernkritiker kalt zu stellen. Wer die Aktion genau umsetzte und ob dabei auch externe Detekteien beteiligt gewesen seien, sei wegen fehlender Akten noch unklar. Mehdorn hat stets erklärt, er habe von den Aktionen der ihm direkt unterstellten Revisionsabteilung nichts gewusst. Hartmut Mehdorn lehnte am Abend einen Rücktritt ab. „Hierfür stehe ich nicht zur Verfügung", sagte der 66-jährige Konzernchef in einer kurzen Stellungnahme in der Konzernzentrale in Berlin. Die Kritik sei unberechtigt. Die Bahn müsse sich gegen Wirtschaftskriminalität im eigenen Hause wehren können. (jök)

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