Lustenau/Wien (Österreich). Die Österreichische Bundesbahn (ÖBB) kann künftig Schienenfahrzeuge bei Geschwindigkeiten von 200 Kilometer pro Stunde (km/h) und mehr vollautomatisch identifizieren. Möglich macht dies ein von Identecsolutions in Zusammenarbeit mit der ÖBB-Infrastruktur Bau AG und Prosoft Süd Consulting entwickelter „Rail-Reader“ auf Basis von Radio Frequency Identification (RFID). Dieses spezielle Lesegerät erkennt die von den aktiven Transpondern (RFID-Chips mit Batterie) ausgesendeten Funksignale beim Vorbeifahren an bestimmten Messepunkten. Vor Jahren hatte die ÖBB damit begonnen, mithilfe örtlicher Messstellen den technischen Zustand der Züge während der Fahrt zu ermitteln. Bei einer Auffälligkeit den betreffenden Wagen ausfindig zu machen, war bislang jedoch mit hohem administrativem Aufwand verbunden und barg zudem auch Fehlerquellen. „Der Rail-Reader ermöglicht erstmals, dass Messergebnisse von bestehenden Lärm- und Radqualitätsmesssystemen oder Heißläuferortungsanlagen eindeutig dem jeweiligen Wagen zugeordnet werden können", erörtert Wolfgang Zottl von der ÖBB-Infrastruktur Bau AG und konkretisiert: „Bereits Sekunden, nachdem der Zug eine Messstation passiert hat, stehen die für seine Identifizierung relevanten Daten elektronisch zur Verfügung.“ Die direkte Zuordnung der Messdaten zum Fahrzeug liefert dem Wagenbetreiber gegebenenfalls auch zeitgerechte Hinweise auf einen Wartungs- oder Reparaturbedarf. Das "Rail-Reader"-System funktioniert laut Martin Novak, Geschäftsführer von Prosoft Süd Consulting, unkompliziert und benötigt keine aufwändige Infrastruktur: „Jeder Wagen ist mit einem Transponder, der so genannten 'E-Plate Rail', versehen. Auf diesen sind die unter anderem Wagennummer, Achszahl, Eigen- und Bremsgewichte gespeichert. Während der Vorbeifahrt an einer Messstation liest ein am Gleisrand montiertes Lesegerät die Daten der elektronischen Nummerntafel aus und gibt sie an ein Messsystem weiter. (ak)
Neue RFID-Technologie: Waggon-Identifikation bei 200 km/h
RFID-Transponder dienen bei der Österreichischen Bahn (ÖBB) künftig als elektronische Nummerntafeln.