Die Bundesregierung hat am Mittwoch, 14. Oktober, den Nationalen Aktionsplan klimafreundliche Schifffahrt beschlossen. Die See- und Binnenschifffahrt sei von „zentraler Bedeutung für den Wirtschaftsstandort Deutschland“, erklärte das Bundesverkehrsministerium (BMV), das den Plan vorgelegt hatte. Die Schifffahrt sei zudem „ein unverzichtbarer Bestandteil leistungsfähiger Lieferketten“. Mit dem Nationalen Aktionsplan wolle man die Voraussetzungen für die klimafreundliche Schifffahrt schaffen, damit „die Branche die Klimaziele erreicht und wettbewerbsfähig bleibt“.
Verknüpfung mit dem Aktionsplan Niedrigwasser Rhein
Der Aktionsplan ist Teil des Klimaschutzprogramms 2026 der Bundesregierung und soll die Aktivitäten der Bundesregierung auf internationaler und europäischer Ebene ergänzen. Die Maßnahmen seien auch eng mit den Aktivitäten des BMV zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels insbesondere mit dem Aktionsplan Niedrigwasser Rhein verknüpft, so das Bundesverkehrsministerium. Zu den zentralen Handlungsfeldern gehören:
- die Entwicklung und Nutzung alternativer Antriebs- und Energiesysteme
- die Versorgung der Schifffahrt mit kohlenstoffarmen und nachhaltigen erneuerbaren Energieträgern
- die klimafreundliche Modernisierung der Schiffsflotte
- der Aufbau grüner Schifffahrtskorridore
Technologieoffenheit und der Abbau unnötiger bürokratischer Hürden sind laut Ministerium „leitende Prinzipien des Aktionsplans, um die Markteinführung und den Hochlauf klimafreundlicher Technologien zu beschleunigen“.
BMV betont technologieoffenen Ansatz
„Die Schifffahrt steht vor einem tiefgreifenden Wandel und großen Herausforderungen. Wir unterstützen mit dem Nationalen Aktionsplan klimafreundliche Schifffahrt die Branche dabei, die Transformation erfolgreich zu gestalten, neue Wertschöpfung zu schaffen und Deutschland als führenden Innovationsstandort für klimafreundliche maritime Technologien zu positionieren“, sagte Bundesverkehrsminister Steffen Bilger (CDU). Der Aktionsplan verfolge „ausdrücklich einen technologieoffenen Ansatz“ und soll verlässliche Rahmenbedingungen schaffen, damit sich „die besten klimafreundlichen Lösungen am Markt durchsetzen können“, sagte der Bundesverkehrsminister.
Plan ist mit 400 Millionen Euro Förderung hinterlegt
Mit dem Kabinettbeschluss beginne nun die Umsetzung der 47 Maßnahmen des Aktionsplans, so das BMV. Die neuen Fördermaßnahmen des Aktionsplans wurden mit 400 Millionen Euro aus dem Titel „klimafreundliche Schifffahrt und Häfen“ im Klima- und Transformationsfonds hinterlegt und sollen in den nächsten Jahren in die Dekarbonisierung des Sektors fließen. Noch in diesem Herbst sollen laut BMV die nächsten Umsetzungsschritte auf der BMV-Fachkonferenz klimafreundliche Schifffahrt am 5. November 2026 folgen.