Mehr als drei Jahre nach der Brandkatastrophe im Montblanc-Tunnel mit 39 Toten ermittelt die französische Justiz auch gegen den Lastwagenhersteller Volvo Trucks. Bei dem Unglück war ein mit Margarine und Mehl beladener Lastwagen der schwedischen Marke vermutlich durch eine glimmende Zigarettenkippe in Brand geraten. Wegen der Katastrophe laufen nach Justizangaben damit schon 13 Ermittlungsverfahren. Seit 1999 hat der zuständige Richter bereits Ermittlungen gegen den belgischen Unglücksfahrer des Lastwagens, mehrere Verantwortliche der Tunnelbetreiber-Gesellschaften sowie die Firmen selbst aufgenommen. Ein Sprecher von Volvo Trucks erklärte, das Unternehmen werde mit der Justiz zusammenarbeiten. Die Ermittlungen gegen den Hersteller beruhen auf neuen Gutachten, in denen Mängel des Luftfiltersystems festgestellt wurden, in das die Zigarettenkippe vermutlich geraten ist. Die Sicherheitsvorkehrungen in dem 11,6 Kilometer langen Straßentunnel waren nach der Katastrophe stark kritisiert worden. Der Tunnel, eine der wichtigsten Alpenverbindungen zwischen Frankreich und Italien, wurde inzwischen mit modernsten Kontroll- und Entlüftungsanlagen ausgestattet und hat jetzt deutliche markierte Fluchtwege. Erst Ende Juni war die Durchquerung unter starken Protesten der Anwohner wieder für den gesamten Schwerlasterverkehr freigegeben worden. (tw/dpa)
Montblanc-Katastrophe: Ermittlungen gegen Volvo Trucks
Volvo-Trucks-Sprecher kündigt enge Zusammenarbeit mit Justiz an