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Mehrheit der Industriefirmen für Strafzölle auf chinesische E-Autos

11.06.2024 15:08 Uhr | Lesezeit: 1 min
Ein Bruch verläuft zwischen der EU-Flagge und der China-Fahne
Sind Strafzölle der richtige Weg in der EU-Politik mit China? Dieser Frage ging eine Studie des Instituts der Deutschen Wirtschaft nach und befragte dazu Unternehmen
© Foto: simon2579/GettyImages

Die EU prüft Zölle gegen China. Eine Umfrage zeigt, was die deutschen Unternehmen davon halten.

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Die Mehrheit der Industrieunternehmen in Deutschland befürwortet Strafzölle auf chinesische E-Autos. Mehr als 80 Prozent der Firmen halten entsprechende Handelsschutzmaßnahmen für mindestens teilweise gerechtfertigt, sollte China tatsächlich auf unlautere Weise subventionieren.

Das geht aus einer am Dienstag, den 11. Juni veröffentlichten Studie des arbeitgebernahen Instituts der Deutschen Wirtschaft (IW) hervor. Diese stützt sich auf eine im März und April durchgeführte, repräsentative Umfrage unter knapp 900 Industrieunternehmen und industrienahen Dienstleistern.

Prüfung von Zöllen

Die USA hatten im Mai Sonderzölle von 100 Prozent gegen Elektroauto-Importe und andere Produkte aus China verhängt. Die USA werfen Peking vor, den Wettbewerb durch erhebliche staatliche Subventionen zu verzerren.

Auch die Europäische Kommission prüft derzeit Strafzölle auf chinesische E-Autos. Noch in dieser Woche wird eine Entscheidung der EU-Kommission in Brüssel erwartet.

Autohersteller dagegen

Die deutschen Autohersteller, die einen größeren Teil ihrer Gewinne in China erwirtschaften, haben vor Importzöllen auf Autos aus China gewarnt. Auch Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) sowie Wirtschaftsverbände hatten sich zuletzt skeptisch gezeigt. Nach Berechnungen des Kiel Instituts für Weltwirtschaft (IfW) hätten mögliche EU-Zölle auf chinesische Autos spürbar steigende Kaufpreise für Elektroautos zur Folge.

Befragte beklagen verzerrten Wettbewerb mit Auswirkungen

Laut der IW-Umfrage beklagen zahlreiche deutsche Firmen, dass die chinesische Regierung den Wettbewerb verzerre. Zwei Drittel der Unternehmen mit Konkurrenten aus China geben an, dass diese die eigenen Preise um mehr als 30 Prozent unterbieten.

Rund die Hälfte der Firmen sieht sich deshalb zu Entlassungen gezwungen, wie die Umfrage zeigt. Fast ein Drittel plant eine Verlagerung in das kostengünstigere Ausland. Gut 85 Prozent der Unternehmen sprechen sich ganz oder teilweise dafür aus, den Transfer von Technologien zu verbieten, die China für sein Militär nutzen könnte.

„China spielt beim Handel schon seit Jahren kein faires Spiel“, sagte IW-China-Experte Jürgen Matthes. Es gehe darum, gleiche Wettbewerbsbedingungen zu schaffen. „Die EU darf die chinesische Subventionspolitik nicht tatenlos hinnehmen, sonst gefährdet sie das Überleben vieler eigentlich profitabler Firmen hierzulande.“ Besonders stark betroffen vom Wettbewerb mit China ist dem IW zufolge das Produzierende Gewerbe.

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