Schwerin. Die Ankündigung einer engeren wirtschaftlichen Zusammenarbeit zwischen Hamburg und Schleswig-Holstein hat die Vereinigung der Unternehmensverbände in Mecklenburg-Vorpommern (VUMV) alarmiert. Mecklenburg-Vorpommern werde bei wichtigen Vorhaben wie zum Beispiel dem "Clustermanagement Maritime Wirtschaft" immer mehr ausgegrenzt, beklagte am Mittwoch VUMV-Präsident Hans-Dieter Bremer. "Unser Land sitzt nicht einmal mehr am Katzentisch." Egal ob bei Verwaltung, Arbeitsmarkt oder Hochschulen - Mecklenburg-Vorpommern müsse ein strategisches Interesse an einer engen Zusammenarbeit im Norden haben, sagte Bremer mit Blick auf die Landespolitik. Die Wirtschaftsverbände im Land registrierten mit Aufmerksamkeit, wie in Hamburg und Schleswig-Holstein nicht nur die Überlegungen zu einem "kleinen" Nordstaat hochgehalten, sondern auch viele konkrete Schritte etwa im Bereich der Verwaltung vereinbart würden. Nun wollten sich der Hamburger Wirtschaftssenator Axel Gedaschko und Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister Jost de Jager (beide CDU) mit den Kammern und Wirtschaftsverbänden ihrer beiden Länder treffen, ohne Beteiligung aus Mecklenburg-Vorpommern. Beide Ressortchefs hatten am Montag in Kiel erklärt: "Unser gemeinsames Ziel ist, in der Debatte um den Nordstaat voranzukommen und ihn für die Wirtschaft zu verwirklichen." "Norddeutsche Zusammenarbeit ist als wichtiges Zukunftsthema in der Landespolitik nicht mehr erkennbar", kritisierte Bremer. Ressortübergreifend gebe es in Schwerin Steuer-, Arbeits- und Strategiegruppen, aber keine für dieses so bedeutsame Thema. "Erstaunt" habe den VUMV bereits, dass selbst bei dem Treffen der norddeutschen Ministerpräsidenten Anfang Februar in Hannover der Schweriner Regierungschef Erwin Sellering (SPD) nicht anwesend gewesen sei, so Bremer weiter. Sellering hatte sich wegen einer Erkrankung von Staatskanzleichef Reinhard Meyer (SPD) vertreten lassen. Turnusgemäß hatte Sellering aber den Vorsitz über die Konferenz Norddeutschland übernommen. Regierungssprecher Andreas Timm entgegnete dem VUMV, es gebe eine gute Zusammenarbeit zwischen den norddeutschen Ländern. So setzten sie sich gemeinsam bei der Bundesregierung für Verkehrsprojekte ein. Kooperiert werde auch bei den Eichämtern. "Allerdings setzen wir in der Tat nicht auf den Nordstaat sondern auf den Ausbau der Kooperationen", sagte Timm. Die Kritik des Verbandes an der Nichtteilnahme Sellerings am Treffen der norddeutschen Ministerpräsidenten Anfang Februar nannte er "schlechten Stil". Sellering sei krank gewesen. (dpa)
Mecklenburg-Vorpommern will weg vom "Katzentisch"
Vereinigung der Unternehmensverbände in Mecklenburg-Vorpommern fühlt sich von Hamburg und Schleßwig-Holstein ausgegrenzt