Im Wettbewerb um die besten technischen Fach- und Führungskräfte stehe Deutschland nicht mehr in der vorderen Reihe, warnte VDI-Präsident Professor Hubertus Christ. An der Misere sei nicht nur der fehlende Nachwuchs schuld, sondern auch die Abwanderung technischer Spitzenkräfte zu attraktiveren Standorten. "Bei einer jährlichen Bedarfslücke von etwa 20.000 Ingenieuren bleibt der Nachwuchs weiterhin aus. Die Absolventenzahl bei den attraktivsten Ingenieur-Studiengängen steigt jährlich lediglich um etwa 1000 an, was bei weitem nicht ausreicht. Erschwerend kommen Abwanderungen von Spitzenkräften hinzu, die im Ausland attraktivere Möglichkeiten sehen", erläuterte Christ seine Sorge um den Technologiestandort Deutschland. "Wir müssen aufpassen, dass wir nicht durch prozyklisches Verhalten unseren Spitzenplatz in der internationalen technologischen Leistungsfähigkeit einbüßen und in die Mittelmäßigkeit verfallen." Ein Vergleich der Arbeitsmärkte von Ingenieuren und Informatikern zeige, so der VDI, dass sich der Ingenieurberuf stabil entwickelt. Hingegen brach der Arbeitsmarkt für Informatiker seit der IT-Krise nachhaltig ein. Seit 1998 hat sich die Anzahl der Arbeitslosen dort mehr als verdoppelt, bei den Ingenieuren nimmt die Zahl der Arbeitslosen beständig ab. Gab es 1998 noch rund 75.000 Arbeitslose Ingenieure, so waren es laut VDI drei Jahre später nur noch 64.000.
Mangelware Ingenieure
Die Zahl der arbeitslosen Ingenieure fällt. Der Verein Deutscher Ingenieure (VDI) warnt vor dem Verlust von technischen Fach- und Führungskräften in Deutschland.