Berlin/München. Die Führungsspitze des von der Insolvenz bedrohten Briefzustellers Pin Group mit seinen rund 10.000 Mitarbeitern will das Unternehmen fortführen. Man wolle die Pin-Aktien von Axel Springer zu einem symbolischen Preis übernehmen, sagte Firmenchef und Anteilseigner Günter Thiel der „Süddeutschen Zeitung“. „Natürlich sind wir nicht in der Lage, dafür Millionen zu zahlen“, erklärte Thiel und sagte: „Einer zusätzlichen Mitgift würden wir uns sicher nicht verweigern.“ D er „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ sagte Thiel, dass die deutschen Sparkassen als weitere Geldgeber und Gesellschafter bereitstünden. Der Deutsche Sparkassen- und Giroverband (DGSV) hat soclhe Pläne umgehend dementiert. Weder bei den Sparkassen noch bei ihren Verbänden gebe es solche Pläne, erklärte der DGSV . In einzelnen Sparkassenfilialen gebe es Markttests für Briefdienstleistungen in Zusammenarbeit mit der PIN Group. Eine Verlängerung über das Vertragsende hinaus sei aber derzeit offen. Am Dienstagmittag waren Thiel und die Regionalvorstände der zur Pin Group gehörenden Unternehmen in der Firmenzentrale in Luxemburg zusammengekommen, um einen entsprechenden Vorschlag zu beschließen. Er solle voraussichtlich heute an den Springer-Vorstand geschickt werden. „Die Regionalvorstände stehen für ein Management-Buyout zur Verfügung“, sagte Thiel der Süddeutschen Zeitung. Der Pin-Chef sprach sich außerdem dafür aus, die Entscheidung über die Zukunft der Pin Group erst in der kommenden Woche zu fällen. Am 17. Dezember werde ein Gutachten der Unternehmensberatung Roland Berger vorgelegt, das Vorschläge zur Sanierung des Unternehmens enthalte. (dpa/sb)
Management will Pin Group weiterführen
Pin-Chef Günter Thiel will Briefzusteller kaufen: Management-Buyout als Lösung aus Finanzmisere