MAN-Scania: VW beansprucht Führungsrolle bei LKW-Konzern

09.10.2006 09:11 Uhr
Piech
Der Mann im Hintergrund: VW-Aufsichtsratschef Ferdinand Piech (ddp)
© Foto: ddp

Aufsichtsratschef Ferdinand Piech sieht bei gemeinsamen Nutzfahrzeugkonzern von MAN, Scania und VW die Führung bei Volkswagen

München/Wolfsburg. MAN denkt darüber nach, sein Übernahmeangebot für Scania zurückzuziehen, wie das Unternehmen heute mitteilte. Ziel des Nutzfahrzeugherstellers sei es, eine einvernehmliche Lösung für den Zusammenschluss mit Scania zu finden. Die mögliche Rücknahme des Angebots müsse von der Schwedischen Finanzaufsicht genehmigt werden. Ein Synergieteam soll in den nächsten vier Wochen die Möglichkeit zur Schaffung einer Nutzfahrzeugallianz unter Beteiligung von MAN, VW und Scania ausloten. Das sagte VW-Konzernchef Bernd Pischetsrieder am Montag auf einer Telefonkonferenz mit Analysten. Pischetsrieder betonte, er sei an einer einvernehmlichen Lösung interessiert. Er sei zuversichtlich, dass dies gelinge. Er betonte, VW wolle in eine mögliche Allianz nicht sein Geschäft mit leichten Nutzfahrzeugen einbringen. VW-Aufsichtsratschef Ferdinand Piech hat beim geplanten neuen Nutzfahrzeugkonzern von MAN, Scania und VW einem Bericht der „Süddeutschen Zeitung“ zufolge weitergehende Pläne als VW-Chef Bernd Pischetsrieder. Am liebsten würde Piech, der auch Gesellschafter bei Porsche ist, die wiederum etwa 20 Prozent an VW hält, aus MAN, Scania und dem brasilianischen Schwerlasterbereich von Volkswagen eine Nutzfahrzeuggesellschaft gründen, an der Volkswagen die Mehrheit hält, schreibt die Zeitung unter Berufung auf Unternehmenskreise. „Wenn alles glatt geht, hat VW dann die Führung.“ Einer der Pläne Piechs ist dem Bericht zufolge offenbar die Zerlegung von MAN und die Zusammenführung von dessen Nutzfahrzeuggeschäft mit Scania und dem brasilianischen Schwerlasterbereich von VW. In dieser Gesellschaft könnte VW die Mehrheit erreichen. Pischetsrieder hatte dagegen bisher stets betont, dass die Gespräche aller Beteiligten in freundlichem Einvernehmen verlaufen müssten. MAN hatte vergangenen Monat 9,6 Milliarden Euro für Scania geboten. Dieses Angebot war aber sowohl von Scania selbst als auch von den beiden Scania-Großaktionären VW und Investor als feindlich eingestuft und abgelehnt worden. (dpa/sb)

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